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06. September 2012

Steve Jobs: Verschollenes Jobs-Interview kommt ins Kino

 Von Marin Majica
„Microsoft ist McDonald`s“: Jobs im Jahr 1995 .  Foto: dpa

„Steve Jobs: The Lost Interview“ ist ein berührendes Wiedersehen mit Steve Jobs und erinnert an den visionären Ehrgeiz des Apple-Gründers.

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„Steve Jobs: The Lost Interview“ ist ein berührendes Wiedersehen mit Steve Jobs und erinnert an den visionären Ehrgeiz des Apple-Gründers.

Da war dieser alte Mann, der am Ende der Straße lebte. Eines Tages nahm er den Nachbarsjungen mit in seine Garage. Dort stand eine verrostete Apparatur, in die der Junge und der alte Mann Feldsteine aus dem Garten legten. Sie schütteten eine Flüssigkeit dazu, die Maschine begann zum rumpeln und zu poltern, und der Mann sagte: „Komm morgen wieder.“ Und als der Junge wiederkam, waren, begleitet von Dreck und Lärm, wunderschön geschliffene Steine entstanden. „Dieses Erlebnis war für mich immer eine Metapher dafür, was entstehen kann, wenn ein Team mit Leidenschaft an etwas arbeitet“, erzählt Steve Jobs. Ohne Reibung entsteht nichts Großes.

Es ist ein durchaus berührendes Wiedersehen mit dem Apple-Gründer, das der Kinofilm „Steve Jobs: The Lost Interview“ nun ein knappes Jahr nach dessen Tod ermöglicht. Der Mann, der hier spricht, ist nicht der von Krankheit gezeichnete Jobs der letzten Jahre. Geführt hat das lange verschollene und dann in einer Garage wiederentdeckte Interview der Journalist Robert X. Cringely im Jahr 1995.

Interview zu denkwürdigem Zeitpunkt

In der Rückschau ist es ein denkwürdiger Zeitpunkt: Nach seinem Rauswurf bei Apple 1985 hatte Jobs die Firma NeXT aufgebaut. Er befindet sich 1995 in einer der kreativsten Phasen seines Lebens, 18 Monate später wird Apple NeXT kaufen, Jobs an die Spitze des Konzerns zurückkehren – und Apple in sein goldenes Jahrzehnt führen.

Davon ist im Interview noch nichts zu spüren. „Apple stirbt einen sehr qualvollen Tod“, sagt Jobs, analysiert die Management-Fehler – zu viele PR-Leute und zu wenige Entwickler an der Spitze – und erklärt, wie Microsoft zum dominanten Software-Unternehmen aufsteigen konnte: „Sie sind wie die Japaner, sie greifen einfach immer weiter an.“ Er habe kein Problem mit Microsofts Erfolg, „ich habe ein Problem damit, dass sie drittklassige Produkte machen. Microsoft ist McDonald’s.“

Die Erinnerung an den visionären Ehrgeiz von Jobs ist in dem Jahr nach seinem Tod etwas verblasst – hier erscheint er wieder ganz frisch, so wie auch Jobs Überzeugung, dass es in der Technologie nicht nur um Marktanteile, sondern auch um ein Projekt der Aufklärung geht. „Das Internet wird ganz neue Türen öffnen“, sagt Jobs und skizziert – 1995! – wie alle Computertechnik sozial werden wird. „Leben wir nicht in einer wunderbaren Welt?“, fragt er. Man hätte ihn gerne als alten Mann beim Steine schleifen erlebt.

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