Der Frauenkörper liegt unter Neonlicht. „Sie war seit etwa zehn Stunden tot“, stellt die ungewöhnlich attraktive Gerichtsmedizinerin fest und erklärt Lena Odenthal und ihrem Kollegen Mario Kopper: „Der Fundort ist nicht der Tatort.“
Das ist ein wichtiger Satz für die weiteren Ermittlungen – und er passt auch zu diesem vom Südwestrundfunk (SWR) gedrehten „Tatort“.
Drei Dienststellen auf drei Stockwerke
„Das ist Film. Und Film ist Fake“, sagt Jürgen Weissenrieder. Weissenrieder ist „Tatort“-Produktionsleiter beim SWR, der gleich an drei verschiedenen und eigenständigen Tatorten dreht. Neben Ludwigshafen (Odenthal und Kopper) wird auch in Konstanz (Klara Blum) und Stuttgart (Lammert und Bootz) ermittelt. Doch auch wenn die Kommissare sich mal kurz in ihren Städten sehen lassen – analysiert und gelöst werden die Fälle allesamt in Baden-Baden.
In der Kurstadt steht das „Tatort“-Haus des SWR. Und in diesem sind nicht nur die Kommissariate aus Ludwigshafen, Stuttgart und Konstanz untergebracht, sondern auch die WG von Odenthal und Kopper.
Verteilt sind die drei Dienststellen auf drei Stockwerke und 1 100 Quadratmeter. Die dazugehörigen Leichen wiederum liegen, wo sie hingehören: im Keller. Dort, hinter einer schweren Metall-Schiebetür, ist die Pathologie beheimatet sowie die KTU. Wie auch der Verhörraum werden die Räumlichkeiten von allen drei Kommissariaten benutzt.
„Wir sparen Gebühren“
Früher war das Haus in der Jägerstraße 10 ein französisches Kinderheim. Seit nun fünf Jahren dient es der filmischen Verbrechensbekämpfung.
„Wir sparen dadurch Gebühren“, sagt Jürgen Weissenrieder. Vor allem das Einrichten von Szenenbildern, kosten- und zeitintensiv, fällt zum Großteil weg, auch teure Reisetage und Hotelkosten für die rund 40-köpfige Produktionscrew, weil ein Großteil vor der Haustür des SWR produziert werden kann.
„In Ludwigshafen wird nur noch gedreht, wo Ludwigshafen klar erkennbar ist“, sagt Weissenrieder. Das Gleiche gilt für Stuttgart und Konstanz, sagt er.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.