Beim „Tatort“ herrschte am 1. Januar (Odenthal/Kopper) und herrscht auch diesen Sonntag in Köln überwiegend das Übliche: Eine leicht konfuse Handlung – und irgendwie entfällt den Kommissaren Ballauf/Schenk angesichts einer Entführung zügig, dass sie schon einen Toten haben;
fade Sprüche – „Ich kann mir keine Arbeit mit nach Hause nehmen“, sagt, haha, der Pathologe; Zeitdruck, der die Sache nicht weniger schleppend macht – zweifellos eilt es, einen entführten jungen Mann zu finden, aber warum kauft Dietmar Bär dann zwischendurch ein?
Am Ende gibt’s doch eh Currywurst. Klaus J. Behrendt scharwenzelt erfolglos um die Psychologin Rosenberg (Juliane Köhler) und benimmt sich ansonsten wie ein Ochse im Porzellanladen.
Diskretion? Von wegen!
Dabei hätte man die Geschichte um das traumatisierte Opfer einer vier Jahre früher geschehenen Entführung – Oliver Bröcker als einer, der nicht mehr in sein altes, solides Leben findet, der Mittelstand war und Prekariat wurde – eindrucksvoll ins Zentrum stellen können: Er kann nicht mehr arbeiten, nicht mehr im Dunkeln sein, seine Frau (Katharina Wackernagel) muss ihn hüten wie ein Kind.
Dieser „Tatort“ macht nicht nichts aus dem Thema. Aber dann geht es doch wieder hopplahopp und ist dieser Mann am Rande des Nervenzusammenbruchs plötzlich in der Lage, in ein düsteres Loch zu steigen.
Bei der Polizei fristlos feuern würde man Drehbuchschreiber Norbert Ehry und Regisseur Kaspar Heidelbach aber dafür: Die Kommissare versprechen den Eltern des entführten Jungen („Keine Polizei!“, flehen sie) absolute Diskretion – und lassen dann eine Armada von Streifenwagen auffahren.
Himmel, da ist ja der Bundespräsident noch glaubwürdiger.
„Tatort: Keine Polizei“, ARD, So., 20.15 Uhr.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.