Als Kind tritt man irgendwann, und sei es auch nur aus Langeweile oder um sich die Zeit zu vertreiben, in Wettkämpfe mit sich selbst ein. Wie lange kann man unter Wasser die Luft anhalten, oder wie oft schafft man es, auf einem Bein zu hüpfen. Dem Erfindungsreichtum sind bei derlei Beschäftigungen keine Grenzen gesetzt. Meist behält man seine Spielchen aber für sich, denn selbst wenn er das Wort nicht kennt, ahnt der Heranwachsende doch, dass sein selbstbezügliches Tun der Regression nahe kommt. Tatsächlich findet das kindliche Spiel mit sich selbst in den ersten Lebensjahren statt. Das eigentliche Spielalter und die Beschäftigung mit Spielzeug beginnt erst deutlich danach.
Das Fernsehen hat indes für alle Spielarten die passenden Unterhaltungsformate entwickelt. Fast alle dürfen mitmachen. "Elton vs. Simon" (ProSieben) hat beispielsweise das frühkindliche Spiel mit sich selbst zu einem Duell ausgebaut. Die beiden Protagonisten probieren aus, was wie lange unter besonderen Regeln geht. Wie weit kommt man, ohne zu sprechen? Wie lange schafft man es, aneinandergekettet zu sein? Wer kann länger ohne seine Arme auskommen? Die Spiele schrecken nicht vor Geschmacklosigkeiten zurück, nichts ist den Akteuren für das Erreichen ihrer kleinen Siege zu peinlich.
Reduktionistische Spiele sind ein fester Bestandteil der Jugendkultur. Man entwickelt Geheimsprachen oder versucht, mit einem Minimum an Zeichen auszukommen. Der fettleibige Elton ist ein TV-Reduktionist in diesem Sinne. Als Entertainer ist er nie über die Rolle des Praktikanten hinausgekommen. Für die im beruflichen Provisorium groß gewordene Generation verkörpert er denjenigen, der auch da hingeht, wo es weh tut. Elton und Simon, die auf einem Bein pinkeln und ohne Kopf und Hände alles mögliche anstellen, sind die parodistische Antwort auf eine Gesellschaft, in der es immer schwieriger geworden ist, erwachsen zu werden.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.