Medien

19. Oktober 2012

TV-Kritik „Voice Of Germany“: Lachtränen allerorten

 Von Torsten Wahl
Lauschen nun neuen Kandidaten: Nena und rechts von ihr Xavier Naidoo, umrahmt von den HossBoss und Rea Garvey. Foto: dpa

Die Castingshow für alle, die keine Castingshows mögen, startet neu durch. Der Auftakt der zweiten Staffel von „The Voice Of Germany“ spielte die Stärken voll aus: Bei den „Blind Auditions“ wurden einige wirklich starke Stimmen erhört. Und selbst Xavier Naidoo überrascht die Zuschauer.

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Die Castingshow für alle, die keine Castingshows mögen, startet neu durch. Der Auftakt der zweiten Staffel von „The Voice Of Germany“ spielte die Stärken voll aus: Bei den „Blind Auditions“ wurden einige wirklich starke Stimmen erhört. Und selbst Xavier Naidoo überrascht die Zuschauer.

Der Kandidatenreigen war ebenso unterhaltsam wie das Buhlen der Coaches um die besten Talente – und eine 42-jährige Bettenmacherin aus Ennepetal entpuppte sich als erster Star der Show. „Die beste Musikshow der Welt“ sucht die „Besten Sänger Deutschlands“ – das martialische Marketing nervt immer noch. Dabei hat „The Voice Of Germany“ derlei Angebereien gar nicht nötig.

Die erste Staffel der Castingshow hatte vor allem dank des zelebrierten Teamgeistes überzeugt. Kandidaten werden vorab ausgiebig getestet, bevor sie aufs Publikum losgelassen werden, sie werden weder verhöhnt noch müssen sie sich verbiegen, sondern dürfen Charakter und Persönlichkeit beweisen.

Xavier Naidoo, wie alle Juroren wieder mit von der Partie, erwartete von der zweiten Staffel noch krassere Kandidaten, Nena hoffte, es möge noch lustiger zugehen – beides sollte in Erfüllung gehen.

Die Startfolge bestätigte die Vermutung, dass die Sendung in der zweiten Auflage noch professionellere Talente anzieht: Selbst Sänger, die nie in einer Castingshow antreten wollten, sehen mittlerweile die große Chancen dank dieser Show. Doch auch Amateure wie der 18-Jährige Schweizer Bubi Neo oder der Hamburger Comiczeichner Jesper überraschten mit ganz besonderen Stimmen.

Auch Xavier Naidoo kann witzig sein

Noch besser eingespielt wirken auch die Coaches – sogar ein Xavier Naidoo kann ja wirklich witzig sein! Vor allem Rea Garvey und die beiden Cowboys The BossHoss lieferten sich immer wieder amüsante Wortduelle beim Buhlen um die besten Stimmen. Anders als bei Shows, in denen nur der Daumen eines Dieter Bohlen entscheidet, werden hier die Verhältnisse kurzzeitig auf den Kopf gestellt: Denn hier entscheidet der Newcomer, mit welchem Coach er arbeiten will – und Pop-Größen wie Nena oder Xavier Naidoo mussten mitunter um die Gunst der Kandidaten regelrecht betteln.

Auch das Geschehen hinter der Bühne wurde effektvoll emotionsreich in Szene gesetzt: Wie Familien und Freunde mit den Kandidaten bangten und litten und bei jedem „Ja“ in Jubel ausbrachen, das waren echten Gefühle – geschickt eingefangen und zu einem Dutzend Mini-Dramen verdichtet. Eine Kandidatin schließlich sorgte nicht nur für Tränen der Rührung, sondern rief Lachtränen allerorten hervor: auf der Bühne, im Saal und zuhause. Wie eine 42-Jährige tätowierte Krankenhaus-Angestellte aus Ennepetal im schnoddrigsten Ruhrpott-Slang erst mit ihrer eigenen Sangesleistung beim Song „Misery“ umging („Mächtig verkackt – aber der Anfang war geil!“) und danach die Jurymitglieder anging („Ihr fandet’s wohl nicht so geil?!“) das war schon fast comedy-artig. Vielleicht braucht die Frau gar keinen Gesangscoach, sondern einen Gagschreiber.

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