Anita Dunn warf den Fehdehandschuh hin: "Wir werden sie behandeln, wie man einen Gegner behandeln würde", sagte die Kommunikations-Chefin im Weißen Haus jetzt über den konservativen Kabelsender Fox News. Seither tobt in den USA ein Kampf zwischen der Regierung Präsident Barack Obamas und dem rechtslastigen Frontsender aus dem Hause von Medienmagnat Rupert Murdoch.
Beide Seiten verbindet eine innige Abneigung. Bereits im Oktober 2008 hatte Obama als Präsidentschaftskandidat erklärt, ohne die ständigen Angriffe des Senders stünde er in Umfragen zwei bis drei Punkte besser da: "Wenn ich Fox News sehen würde,würde ich mich auch nicht wählen." Dort werde er verleumdet und als "Freak" dargestellt.
Auf dem Höhepunkt seiner Popularität ging Obama mit den Attacken des Senders noch souverän um: Kurz vor der Präsidentschaftswahl gab er Fox News-Starmoderator Bill O´Reilly überraschend ein Interview, bei dem der sonst eloquente rechte Einpeitscher plötzlich ganz zahm wirkte.
Inzwischen boykottiert der in Umfragen abgerutschte Präsident den Sender. Als Obama im September an einem Tag in fünf TV-Studios auftrat, um für seine Gesundheitsreform zu werben, blieb Fox News außen vor. Zwar erklärte Obama-Berater David Axelrod am Sonntag, man werde Fox weiter Interviews gewähren. Das Weiße Haus aber betrachtet den Sender nicht mehr als "legitimes Nachrichtenmedium" und lässt ihn das spüren. "Fox News operiert oft entweder als Recherche- oder Kommunikationsarm der Republikaner", sagte Dunn, "das ist auch in Ordnung so. Aber lassen Sie uns nicht so tun, als hätten wir es mit einem Nachrichtensender wie CNN zu tun."
Was die Regierung verärgert, sind eine als permanente Anti-Obama-Kampagne empfundene Berichterstattung unter dem Slogan "fair und ausgeglichen" und unablässige, oft auch persönliche Attacken von offen feindseligen Moderatoren wie O´Reilly und dem neuen Quotenstar Glenn Beck, der Obama im Sommer als "Rassisten" bezeichnete.
Höhere Quoten für Provokation
Fox News, einst Haussender der Bush-Regierung, lässt überwiegend Obama-Kritiker zu Wort kommen und positioniert sich erfolgreich als Gegengewicht zur Regierung: Seit Obamas Einzug ins Weiße Haus sind die Einschaltquoten des führenden Kabelsenders, der in der Publikumsgunst längst den einstigen Primus CNN abgehängt hat, um rund 20 Prozent gestiegen.
Fox-News-Gründer Murdoch höhnte denn auch, der "Krieg" des Weißen Hauses gegen seinen Sender habe dem vor allem höhere Quoten beschert. Der ohnehin mit Provokation hausierende erzkonservative Moderator Beck bewehrte sich mit Spielzeug-Panzer und Plastik-Hubschrauber und installierte im Studio ein rotes Telefon, wie es im Kalten Krieg zwischen Moskau und Washington eingerichtet wurde.
Selbst Obama wohlgesinnte Beobachter raten der Regierung davon ab, weiter auf Konfrontation zu setzen. "Die Geschichte von Administrationen, die erfolgreich gegen Medien gekämpft haben, ist kürzer als dieser Satz", bemerkte die New York Times trocken. Der Präsident habe "einem Nachrichtenunternehmen den Krieg erklärt", erklärte Fox-News-Vizepräsident Michael Clemente seinen Sender zum Verteidiger der Pressefreiheit. "Dieses Weiße Haus hat eine eigene Feindliste", empörte sich Karl Rove, früher Bush-Intimus, heute für Fox News tätig und einst selbst nicht zimperlich im Umgang mit Medien.
Den Vorwurf einseitiger Berichterstattung kontert Fox News mit einer Statistik über die Konkurrenz von CNN und MSNBC: Dort werde überwiegend positiv über Obama berichtet.
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