Sehr geehrter Werner Klopsteg,
Sie haben uns geschrieben, weil Sie sich um die deutsche Sprache und Presse sorgen. Sie seien in einem Beitrag auf ein Fremdwort gestoßen, das sie auch unter Zuhilfenahme ihrer "relativ guten" Fremdwörterkenntnisse und selbst entsprechender Lexika nicht entschlüsseln konnten. Bei dem fraglichen Begriff handele es sich um das Wort "Blog" oder das daraus abgeleitete Substantiv "Blogger". "Sind wir Deutschen nun zur Verblödung verurteilt?", fragen Sie.
Keine Sorge: Verurteilt wird hier niemand, schon gar nicht zur Verblödung. Ein "Blog" ist, wie der Duden in der 24. Auflage definiert, "eine tagebuchartig geführte, öffentlich zugängliche Webseite zu einem bestimmten Thema". Der Begriff ist mittlerweile in vielen Sprachen gebräuchlich, weil Menschen überall auf der Welt Blogs schreiben - und so zu Bloggern werden. Andere lesen diese Blogs mit Gewinn, weil sie die Themen interessant oder die Autoren einfach unterhaltsam finden.
Ihnen ist dieser Mitteilungsdrang suspekt? Das ist Ihr gutes Recht. Allerdings habe ich recherchiert, und vielleicht sollten Sie sich das mit den Blogs nochmal überlegen. Wie ich dem Archiv entnommen habe, schreiben Sie regelmäßig Leserbriefe. Sie äußern sich zu stadtpolitischen und historischen Fragen, zum Berliner Tierpark, zu jungen und alten Menschen. Die Leser der Zeitschrift Eulenspiegel erfreuen Sie fast jeden Monat mit einem Brief. Andere Leser sorgen sich, wenn Sie sich mal eine Weile nicht gemeldet haben. Sie haben Fans!
Die meisten Ihrer Briefe schreiben Sie wohl auf der Schreibmaschine, doch kürzlich haben Sie einen per SMS gesendet. Ich kann Sie nur ermuntern, auf diesem Weg weiterzugehen. Es muss ja nicht gleich ein eigenes Blog sein - mit dem simplen Internet-Dienst Twitter etwa wären Sie in der Lage, alle Welt wissen zu lassen, was Sie bewegt. Sollten Sie dabei ein wenig Unterstützung benötigen, wäre ich Ihnen gerne behilflich. Glauben Sie mir: Es wartet eine Welt voller Möglichkeiten auf Sie. Wir sehen uns dann in der Blogosphäre.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Internet-Redakteur
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.