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Medien

15. November 2012

Voice of Germany July Rumpf: Castingshows sind eigentlich nicht ihr Ding

 Von Miriam Keilbach
Überzeugte alle Juroren bei The Voice of Germany: July Rumpf. Foto: Hartung

July Rumpf aus Oberursel tritt heute zum zweiten Mal bei der Castingsendung „The Voice Of Germany“ an. In der ersten Runde hat sie mit ihrer Stimme alle vier Juroren überzeugt.

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"Ich bin ein Castingshow-Verächter. Es wird sich nur über Leute lustig gemacht, oder die Probleme der Kandidaten stehen im Fokus“ – das dachte July Rumpf jedenfalls. Bis sie die erste Staffel von „The Voice Of Germany“ auf Sat 1 sah. In den sogenannten „Blind auditions“ dieser Castingsendung sitzt die Jury mit dem Rücken zu Publikum und Bewerber. Wenn die Stimme der Kandidaten überzeugt, können sich die Jurymitglieder umdrehen. Derart, so der Tenor der Sendung, achten sie im Gegensatz zu anderen Castingshows nur auf die Stimme, nicht auf das Aussehen der Kandidaten.

Rumpfs Freund Toby riet ihr, sich zu bewerben. Die 28-Jährige hörte auf ihren Freund und überzeugte mit Maria Menas „All This Time“ alle vier Juroren. Nena, Rea Garvey, Xavier Naidoo und The BossHoss drehten sich für sie um. Naidoo sagte, sie berühre mit ihrer Stimme, ohne sich anzustrengen.

Die Oberurselerin entschied sich aus ihrem Bauchgefühl heraus für Nena als Coach. So singt sie morgen Abend um 20.15 Uhr auf Sat 1 in der nächsten Runde, den sogenannten Battles, gegen ein Mitglied aus ihrem Team. Die Sendung ist schon aufgezeichnet, „es ist soooo schwer, euch nichts zu verraten … Alle löchern mich, aber ich muss schön meine Klappe halten“, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite.

Träumerin, aber keine Traumtänzerin

Aufgeregt war Rumpf bei ihrem Auftritt nicht. Auf der Bühne zog sie erst einmal ihre Schuhe aus. „High Heels sind nicht so mein Ding“, sagt sie. Die 28-Jährige wirkt eher wie ein Kumpeltyp. Sie selbst bezeichnet sich als verpeilt, chaotisch und auf eine positive Art verrückt. Dennoch behält sie sich ihre Bodenständigkeit: „Ich kenne das Musikgeschäft, es kann schnell vorbei sein“, sagt sie. Privat sei sie ein Riesenträumer, „aber im Job bin ich keine Traumtänzerin“.

Obwohl es in ihrer Familie keine Musiker gibt, erhält July Rumpf dort viel Unterstützung. „Meine Eltern wollten, dass ich etwas mache, was mir Spaß macht. Nur Ballerina zu werden haben sie mir nicht erlaubt, als ich vier war“, sagt sie lachend. Im Alter von 15 Jahren wollte sie sich gerne ein Tattoo stechen lassen, dachte aber, dass ihr Vater das nicht erlauben würde. Also bat sie ihn um ein Piercing. „Wenn, dann nur ein Tattoo“, sagte der Vater. Inzwischen hat Rumpf fünf Tattoos. „Ich mag polynesische und hawaiianische.“ Die Inselkette Hawaii hat es ihr angetan, obwohl sie noch nie dort war. Romantische Abende am Meer, Surfen am Strand, so stellt sie sich das vor. Einmal war sie surfen, „na ja, es war eher ein Brett-ins-Wasser-Schmeißen“, sagt sie laut lachend auf eine Weise, dass man sich die Frau mit den braunen Locken auf dem Surfbrett vorstellen kann.

30 Stunden Kanzlei, der Rest gehört der Musik

Rumpf ist in Bad Homburg geboren, in Neu-Anspach und Friedrichsdorf aufgewachsen. Sie ging zum Tanz-, Gesang- und Schauspielstudium nach Berlin und kehrte als Diplom-Bühnendarstellerin nach Oberursel zurück. Sie arbeitete als freie Sängerin, las Kinderbücher und sang Kinderlieder ein, ging mit Sebastian Hämer auf Tour. Nebenbei kellnerte sie im Musiklokal „Das Boot“ in Oberursel. Rumpfs Traum ist es, von ihrer Arbeit als Musikerin leben zu können. Sie schreibt Lieder auf Deutsch, „wie Glashaus früher“, sagt sie. „In der Muttersprache ist es schöner, das geht näher.“ Klarinette spielt sie auch, „aber das geht ja nicht mit dem Singen zusammen“.

2009 entschied sie sich für „was Handfestes“. Sie begann eine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte. 30 Stunden arbeitet sie in einer Kanzlei, die restliche Zeit investiert sie in ihre Musik. Zusammen mit ihrem Freund Toby lebt sie in Oberursel, in einer Eineinhalb-Zimmer-Wohnung in der Stadtmitte. „Mehr konnten wir uns zuerst nicht leisten, aber wir haben es uns gemütlich gemacht“, sagt sie. Ihren Freund kennt sie bereits aus Kindertagen, die beiden fuhren zusammen Inline Skates. „Ich lache mit keinem so viel wie mit ihm.“

Dabei lacht July Rumpf viel. Und laut. Sie sagt: „Ich bin ein eher einfacher Typ, daher verstehe ich mich gut mit Männern.“ Auf Tour würde sie gerne noch mal gehen, auch wenn sie ihr Sofa mag. „Ich liebe es, mit meinem Freund und meiner Katze dumme Sachen im Fernsehen zu gucken. Ich bin kein Hobby-Hat-Mensch.“ Seit Beendigung ihres Studiums sei sie faul geworden. Doch nun stehe erst einmal The Voice an erster Stelle. Wenn das nicht klappt, sagt Rumpf, sei es nicht tragisch. Enttäuscht sei sie nur, wenn sie nicht von der Musik leben könne.

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