Die Stiftung „Freiheit der Presse“ hat am Donnerstag die Träger des diesjährigen Wächterpreises der Tagespresse bekannt gegeben. Der erste Preis (12 000 Euro) geht an ein Redaktionsteam der Berliner Morgenpost, die als erste über die Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg in Berlin berichtete. Den zweiten Preis (8000 Euro) erhalten Andreas Damm und Detlef Schmalenberg vom Kölner Stadt-Anzeiger für ihre umfangreiche Aufarbeitung des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs beim U-Bahn-Bau. Der dritte Preis (6000 Euro) geht an Matthias Thieme. Er recherchierte als Redakteur der Frankfurter Rundschau in einer Serie von Artikeln die Drangsalierung vier hessischer Steuerfahnder, die im Schwarzgeldskandal der Hessen-CDU und wegen Steuerhinterziehung von großen Banken ermittelt hatten und unter Roland Koch (CDU) im Auftrag des Landes Hessen mit falschen Gutachten für unheilbar paranoid erklärt wurden. Die Berichte führten zu einer intensiven öffentlichen Debatte und zu einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Thieme berichtet inzwischen als Mitglied der DuMont-Redaktionsgemeinschaft aus Berlin. Der Wächterpreis soll Reporter auszeichnen, die Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen recherchieren und Missstände schonungslos aufdecken. Der Preis wird am 18. Mai in Frankfurt verliehen. fr
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.