kalaydo.de Anzeigen

ZDF-Doku: Der braune Biedermann

Sie sitzen in Vereinen, kümmern sich um Jugendliche und verteilen Musik gegen Ausländer und Juden: Die Braunen sind im Anmarsch, nicht nur im Oaten. Das anzusehen schmerzt.

Der Neonazi: Es handelt sich dabei um einen adrett wirkenden Mitbürger, dessen freundliche Art bei Otto Normalwähler im Osten gut ankommt. Er engagiert sich in Sportvereinen, kümmert sich um die Jugend im Dorf. Ab und zu geht er zu Schulen und verteilt kostenlos Musik gegen Juden und Ausländer. Und während man im Osten um den Kampf der Rechten um die Köpfe der Jugend weiß und dies zu oft toleriert, so die traurige Erkenntnis der ZDF-Reportage, hat der Westen der Republik Scheuklappen auf.

Dabei, so die Filmemacher Beate Frenkel und Winand Wernicke im Film "Neue braune Welle", ist vor allem in Bayern mancher Ortskern längst zum braunen Pflaster umgewidmet. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit treibe ein rechter Mob fleißig Image-Pflege und keiner schaut hin, so die Autoren. Im oberpfälzischen Weiden etwa, wo zur traditionellen 1.-Mai-Parade 350 Neonazis aufmarschieren und der Bürgermeister fassungslos dabeisteht: Die braune Flut überschwemmt seine Stadt, die den Aufmarsch verboten hatte, doch dann kam der bayerische Verwaltungsgerichtshof und sprach: Die Nazis dürfen. So spielen die mit der Polizei Katz-und-Maus, kleben die verbotenen Symbole einfach ab - die Staatsmacht in Ohnmacht. Die rechte Gewalt wird bagatellisiert, lautet der Tenor des sehenswerten Films, der leider viel zu spät ausgestrahlt wird.

Zynisch wird es, wenn Bürger kriminalisiert werden, weil durch ihre Sitzblockaden die Nazi-Demo verspätet anfangen musste. Der demokratische Rechtsstaat ist in der Zange, und das mit ansehen zu müssen, schmerzt.

Neue braune Welle, ZDF, 0.35 Uhr

Autor:  Ninette Krüger
Datum:  26 | 8 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
World Press Photo 2011
Das Bild des Jahres: Die 18-jährige Afghanin Bibi Aisha   war auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann, als die Taliban sie aufspürten.  Der Urteilsspruch: Verstümmelung. Aishas Mann schnitt ihr Nase und Ohren ab, während dessen Bruder sie festhielt. Das Porträt brachte der US-Fotografin Jodi Bieber den World Press Photo Award 2011 ein.

Die Präsentation des besten Pressefotos des Jahres ist immer ein Anlass, genauer hinzuschauen: FR-online.de erklärt mit Hilfe von interaktiven Imagemaps die Hintergründe zu drei ausgewählten Gewinnerbildern.

FR-Fernsehkritik
Ornella de Santis (links) hat es ins Finale von
„Unser Star für Baku“ 
Moderator Günther Jauch.
Günther Jauch 
Ivy Quainoo ist die neue Stimme Deutschlands.
Voice of Germany 

Video

Quiz
Dezember 2006.

Thomas Gottschalk hat sich bei "Wetten, dass..." verabschiedet. Er bewegt die TV-Nation. Testen Sie Ihr Wissen.

Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!

Fotostrecke
Zum Anbeißen: Der Zoo Hannover sorgt beim Füttern für die saisonal passende Deko. Das Erdmännchen hat offenbar seinen Spaß dran.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Genau die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.

Meistgeklickt
Verrauchte Sicht für Frankfurts Keeper Oka Nikolov.
Eintracht gegen Fortuna 
Diskussionen: Bamba Anderson redet auf Schiedsrichter-Assistent Jan Hendrik Salver ein.
Fußball-Kolumne Ballhorn (IV) 
Ornella de Santis (links) hat es ins Finale von
„Unser Star für Baku“ 
Karlsruhe urteilt: Die derzeitige Bezahlung von Uni-Professoren ist nicht rechtens.
Urteil zu Professorenbesoldung