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Medien

18. Dezember 2012

ZDF: Harald Lesch und der Weltuntergang

 Von Andrea Tebart
Begleiten den Weltuntergang live im ZDF: Harald Lesch (l.) mit Co-Moderator Christoph Süß.Foto: Bernd Schuller

Der Physiker Harald Lesch („Terra X“, „Abenteuer Forschung“) erklärt im ZDF, was die Welt zusammenhält – und warum sie so schnell nicht untergeht.

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Was ist die Wirklichkeit? Wie tickt die Zeit? Wann geht eigentlich die Welt unter? Und wie? Das sind so Fragen, die einem schon mal durchs Hirn flitzen können und auf die man meistens keine Antwort weiß, schon gar keine fundierte. Manchmal hilft es dann, den Fernseher einzuschalten. Dort, im Fernsehen, kann man Harald Lesch treffen. Der Professor lehrt Astrophysik an der Ludwig-Maximilian-Universität München und hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Philosophie. Im ZDF präsentiert er „Terra X“ und „Abenteuer Forschung“.

Derzeit forscht er über Magnetfelder. Woher sie kommen. Und was sie zwischen den Galaxien anrichten. Ein Bereich der kosmischen Plasmaphysik, der hilft, auf der Erde das Nordlicht zu verstehen. Und die Frage zu beantworten, ob die Menschheit Probleme bekäme, wenn das Erdmagnetfeld zusammenbrechen würde. Ein Szenario, das den Weltuntergangsfantasien, die um den 21. Dezember kreisen, gar nicht so fern ist. Denn am Freitag soll, wenn der Kalender der Mayas Recht hat, die Welt untergehen.

Was auch immer dann geschieht, das ZDF ist dabei. Live. Und damit stehen am Freitag um 23.15 Uhr selbst für den Professor neue Herausforderungen an, denn eine Live-Sendung hat er noch nie moderiert. „Wir haben in der Regel ja keine ‚Brennpunkte‘ in der Wissenschaft“, sagt Lesch. „Normalerweise schreiten unsere Erkenntnisse langsam voran. Die Gelegenheit, die der Maya-Kalender bietet, nutzen wir als Trainingslager der Vernunft.“

Aufregend findet Lesch diese Geschichte schon. Wobei er eher die Berichterstattung meint als den vermeintlich bevorstehenden Weltuntergang: „ Am liebsten hätte ich den Philosophen Immanuel Kant an diesem Abend zu Gast“, sagt Lesch. „Mit ihm

zusammen würde ich das hohe Lied der Vernunft singen. Und dem Zuschauer sagen: ‚Hab Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘“

Antrieb: Wissenslücke

In der Sendung will Lesch ein Weltuntergangs-Szenario nach dem anderen abarbeiten – in der Gewissheit, dass die Welt eben nicht untergeht. Jedenfalls nicht an diesem Abend. Wie wahrscheinlich ist also eine Planetenkollision, ein Pol-Sprung, eine Sintflut? Was machen Außerirdische an so einem Tag? Und wie reagieren Menschen darauf? Zu erwarten sind nicht nur wissenschaftlich korrekte, sondern auch sehr unterhaltsame Antworten. Denn Lesch ist Fernsehprofi. Seit 2008 moderiert er die ZDF-Reihe „Abenteuer Forschung“ als Nachfolger des legendären Joachim Bublath, außerdem Folgen von „Terra X“. 2010 kam „Leschs Kosmos“ auf ZDFneo dazu. Zum ZDF wechselte er, nachdem er bereits zehn Jahre im Bayerischen Rundfunk Sendungen moderiert hatte.

Vermutlich wäre er früher Märchenerzähler auf einem Basar gewesen, um den Leuten Geschichten von den Sternen zu erzählen, sagt Lesch. Und im Prinzip tut er an diesem „Apokalypse-Tag“ nicht viel anderes, wenn er über Bedrohungen aus dem All berichtet. Jede Wissenslücke treibe ihn an, sie zu füllen. „Das Problem dabei: Es tauchen immer wieder neue auf.“

Forschung sei ein Prozess, und der Zweifel Methode und kein Gemütszustand, sagt Lesch, der sich als Science-Fiction-Freak bezeichnet und es gerne erleben würde, wie Forscher Leben auf anderen Planeten entdecken. „Das fände ich super. Dann wissen wir, dass wir nicht alleine sind. Unklar ist dann nur, ob das grüner Schleim ist oder kleine, grüne Männchen, die sich fragen „Gucke ich jetzt ‚Terra X‘ oder gehe ich gleich ins Bett?“

Abenteuer Forschung: Der Weltuntergang; Freitag, 23.15, ZDF

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