Tödliche Lungenkrankheiten nehmen in China Experten zufolge in einem alarmierenden Ausmaß zu. Der starke Zigarettenkonsum, Smog in Städten, Luftverschmutzung daheim oder am Arbeitsplatz, veraltete Diagnosen und mangelnde Behandlung machen sogenannte chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) zu einem wachsenden Gesundheitsproblem. Um 2030 herum werden jedes Jahr drei Millionen Chinesen an einer solchen Krankheit sterben - eine Million mehr als heute, wie das britische Magazin „Nature“ berichtet.
„Wir sehen erst die Spitze des Eisbergs von COPD in China“, sagte Don Sin, ein Spezialist für Atemwegserkrankungen an der Universität von British Columbia im kanadischen Vancouver, dem Fachblatt. „In 30 Jahren wird die Zahl explodieren“, warnte der Forscher, der seine Vorhersagen auf gegenwärtige Trends und Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stützt.
Die Ursachen seien vielfältig: Mehr als die Hälfte aller chinesischen Männer raucht - insgesamt 300 Millionen Menschen. Zigaretten sind günstig und Rauchen ist gesellschaftlich weit verbreitet. Frauen greifen in China zwar weniger zur Zigarette, sie sind dem Qualm aber passiv ausgesetzt. Auch beim Kochen lauert Gefahr: Viele Öfen in China stoßen gefährliche Schadstoffe aus. (dpa)
Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.