Medizin

16. November 2012

Diagnose: Geht doch!

 Von Dr. med. Bernd Hontschik
Richtungsweisend: Die Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Foto: dpa

In Hamburg ist ein Kunststück gelungen: Die Universitätsklinik Eppendorf schreibt zum ersten Mal in ihrer Geschichte schwarze Zahlen - dabei machte die Klinik vor acht Jahren noch über 35 Millionen Euro Verlust. Da staunt vor allem der Hesse.

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Die Universitätsklinik Eppendorf (UKE) ist eine der größten in Deutschland. Über 80 interdisziplinäre Kliniken und Polikliniken erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Umsatz von 720 Millionen Euro. In 1500 Betten wurden 75.000 Patienten stationär versorgt, hinzu kamen 260.000 ambulante Behandlungsfälle. Dabei stieg die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen acht Jahren von 6446 auf 8887. In der gleichen Zeit wurde eine halbe Milliarde Euro in Neubauten investiert. Beeindruckend.

Geradezu sensationell aber ist das Betriebsergebnis: Zum ersten Mal in der Geschichte des UKE sind schwarze Zahlen erwirtschaftet worden. Die Bilanz weist für 2010 einen Gewinn von zwei Millionen Euro aus. Vor acht Jahren betrug  der Verlust noch über 36 Millionen Euro.

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Da staunt der Hesse!

Da staunt der Hesse! Die hessische Landesregierung hat 2006 die Universitätskliniken Marburg und Gießen an die Rhön AG verkauft. Nachdem man über Jahre nichts mehr investiert hatte und die Klinik verrotten ließ, war nur ein Spottpreis zu erzielen. Die Rhön AG versprach Neubauten und eine Modernisierung des betriebswirtschaftlichen und medizinischen Konzepts.

Seitdem jagt eine skandalöse Meldung die andere. Der Betriebsrat berichtete von 250.000 angehäuften Überstunden. Ein Brandbrief verzweifelter Oberärzte rüttelte die Öffentlichkeit auf. Nicht nur die Klinikdirektoren forderten die Rücknahme der Privatisierung. Das vertraglich vereinbarte Partikelzentrum zur Krebstherapie ist aus wirtschaftlichen Gründen endgültig gescheitert. In sechs Jahren gaben sich 16 Geschäftsführer die Klinke in die Hand.

Geradezu sensationell mutet da der jüngste Skandal an: Die hessische Landesregierung will der Rhön AG 13 Millionen Euro zukommen lassen. Steuergelder!

Die Eklärung heißt "Koch"

Wieso erblüht im hohen Norden eine Universitätsklinik, während in der Mitte der Republik alles schiefgeht? Wieso konnten in Hamburg über 2400 neue Stellen geschaffen werden, während in Marburg und Gießen mit Stellenstreichungen der Ast abgesägt wird, auf dem man sitzt? In Hamburg heißt der Dekan Koch, der gemeinsam mit dem Klinikleiter Debatin ein kompetentes und von der Landesregierung unterstütztes Team bildet. In Hessen hieß der Ministerpräsident Koch, der gemeinsam mit der Rhön AG ein inkompetentes, destruktives Team bildete, um Dividende zu erwirtschaften. So einfach war das.

Statt in das sinkende Schiff immer neue Millionen zu pumpen, wäre eine Dienstreise der hessischen Landesregierung nach Hamburg und die Rücknahme der Privatisierung erfolgversprechend.

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Quelle: Onmeda

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