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Medizin

11. Januar 2013

Herzmuskelzellen : Wie das Herz wächst

 Von Joachim Czichos
In den ersten Lebensjahren nehmen die menschlichen Herzmuskelzellen besonders stark zu. Foto: imago

Die menschlichen Herzzellen teilen sich noch jahrelang nach der Geburt. Die Stimulation dieser natürlichen Zellvermehrung könnte zur Therapie von Herzschwäche bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden.

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Bisher dachte man, dass sich menschliche Herzmuskelzellen nach der Geburt nicht mehr vermehren, sondern nur noch vergrößern. Jetzt konnten amerikanische Mediziner nachweisen, dass beide Prozesse beim normalen Wachstum des Herzens in Kindheit und Jugend eine Rolle spielen. Das bedeutet, dass junge Menschen noch über ein großes Potenzial zur Regeneration von Herzgewebe verfügen. Bei ihnen wäre es daher möglich, zur Therapie von Herzkrankheiten diese Zellteilung zu stimulieren, erklären die Forscher im Fachjournal PNAS.

Zunahme bis zum 20. Lebensjahr

„Wir konnten zeigen, dass die Zahl der Herzmuskelzellen nach der Geburt bis zum Alter von 20 Jahren zunimmt“, schreiben Bernhard Kühn vom Boston Children's Hospital und seine Kollegen. Die Forscher untersuchten 36 gesunde Herzen von Menschen, die im Alter von 0 bis 59 Jahren gestorben waren. Durch Einsatz verschiedener mikroskopischer Untersuchungsmethoden konnten sie teilungsaktive Herzmuskelzellen sichtbar machen. Deren Zahl war in den ersten Lebensjahren am größten. Nach einem vorübergehenden Absinken stieg die Teilungsaktivität in der Pubertät noch einmal an und sank danach wieder. Nach dem 20. Lebensjahr ließ sich keine Zellteilung mehr feststellen. Im linken Vorhof vergrößerte sich die Zahl der Herzmuskelzellen vom ersten bis zum zwanzigsten Lebensjahr um das 3,4-Fache.

Neue Therapiemöglichkeiten

Neue Herzmuskelzellen können prinzipiell auf zwei Wegen entstehen: Sie entwickeln sich entweder aus adulten Stammzellen oder bilden sich durch Teilung bereits vorhandener Herzmuskelzellen. Welche der beiden Möglichkeiten die größere Bedeutung für das Herzwachstum hat, bleibt vorerst ungeklärt. Die Entdeckung der Forscher eröffnet neue Möglichkeiten einer Therapie von herzkranken Kindern und Jugendlichen. Dazu müssten nun Wirkstoffe gefunden werden, die eine Vermehrung von Herzmuskelzellen und damit eine Regeneration von geschädigtem Herzgewebe stimulieren.

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Quelle: Onmeda

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