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19. September 2012

Armut Kommentar: Umverteilung umkehren

 Von Holger Schmale
Etwas läuft verkehrt in einer Gesellschaft, deren Mitglieder vom Müll anderer leben müssen.  Foto: dapd

Her mit höhere Spitzensteuern! Her mit einer Vermögenssteuer! Her mit einer Vermögensabgabe! Es ist höchste Zeit, dass in Deutschland von oben nach unten und nicht von unten nach oben umverteilt wird.

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Her mit höhere Spitzensteuern! Her mit einer Vermögenssteuer! Her mit einer Vermögensabgabe! Es ist höchste Zeit, dass in Deutschland von oben nach unten und nicht von unten nach oben umverteilt wird.

Natürlich gibt es in Deutschland viele Reiche, die Gutes tun. Die marode Unternehmen über Wasser und die Beschäftigten in Arbeit halten; die viel Geld in Stiftungen, für wohltätige und gemeinnützige Zwecke geben; die helfen, Armut zu lindern. Sie alle können weghören, wenn konstatiert wird, was zu konstatieren ist angesichts des neuen Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung. Dass nämlich die Anhäufung immer größerer Privatvermögen bei gleichzeitiger Verelendung der Armen und der öffentlichen Haushalte schlicht pervers ist.

Zehn Prozent besitzen in Deutschland mehr als die Hälfte des gesamten Wohlstands, während die untere Hälfte der Haushalte nur über ein Prozent des Nettovermögens verfügt.

Doch wirklich skandalös ist die seit Jahren anhaltende Tendenz: Entgegen dem Versprechen der sozialen Marktwirtschaft, Wohlstand für alle zu schaffen, geht die Schere eben nicht zu, sondern immer weiter auseinander.

Der Report ist wirklich ein Armutszeugnis – für die Regierenden der letzten zehn, fünfzehn Jahre, in denen sich diese Entwicklung beschleunigt hat, begünstigt durch eine Politik der Entwertung der Arbeit.

Es ist höchste Zeit für die Umkehr der Umverteilung, durch höhere Spitzensteuern, eine Vermögenssteuer, eine Vermögensabgabe. Das wäre doch mal ein gutes Wahlkampfthema, das jeder verstände.

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