Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flucht und Zuwanderung | USA nach der Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

19. September 2012

Auslese: So geht es nicht weiter

 Von Daniel Haufler
Armut und Reichtum - dicht beieinander in Deutschland.  Foto: dapd

Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat offenbart, was viele Menschen schon lange empfinden: Die Kluft zwischen arm und reich in Deutschland wird größer - Pressestimmen zur deutschen Klassengesellschaft.

Drucken per Mail

Die Deutschen werden immer reicher. Genauer gesagt: die reichen Deutschen. Das ergab wieder einmal der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, in dem es nüchtern heißt, dass es eine „sehr ungleiche Verteilung der Privatvermögen“ gebe. Anders gesagt: Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen die Hälfte des Nettovermögens im Lande. Die unteren 50 Prozent verfügen dagegen über nur gut ein Prozent des Nettovermögens.

Der Bericht hält, so die Stuttgarter Zeitung, „die Ungerechtigkeiten quasi regierungsamtlich fest. Demnach werden relativ wenige Menschen trotz der Krisenjahre immer wohlhabender ... Man mag die Reaktionen speziell aus dem linken Lager als reflexhaft empfinden. Doch wird klar, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, sonst wird der Staat handlungsunfähig. Inhaber großer Vermögen müssen künftig mehr zum Wohl des Gemeinwesens beitragen“.

Die taz sieht durchaus Parallelen zwischen der Vermögensverteilung bei uns und in den USA – aber auch, zumindest rhetorisch, Unterschiede. In Deutschland etwa würde kein Politiker die Hälfte der Wähler als Schmarotzer diskriminieren, wie es Mitt Romney getan hat. „Ein solches Verhalten scheint in Deutschland undenkbar, wo sämtliche Politiker um die ‚Mitte‘ werben und inhaltliche Unterschiede von der CDU bis Grün kaum zu erkennen sind.“ Romney habe den Klassenkampf von oben erklärt: Wer arm ist, hat selbst Schuld. Noch kommt uns Romneys Deutung der Gesellschaft typisch amerikanisch vor.

„Sie könnte aber zukunftweisend sein“, meint die taz. „Denn in Deutschland klafft eine riesige Lücke zwischen politischer Inszenierung und sozialer Realität. Während sich alle Parteien in der ‚Mitte‘ drängeln, erodiert die Mittelschicht. Wie in den USA konzentriert sich das deutsche Volksvermögen auf wenige Familien, wie der neueste Armuts- und Reichtumsbericht ausweist. Gleichzeitig hat die untere Hälfte der Bevölkerung gar keinen Besitz, sondern höchstens Schulden.“ Auf den Punkt gebracht: „Auch Deutschland ist eine Klassengesellschaft.“

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Verhandlungen in Astana

Testlauf für den Frieden in Syrien

Von  |
Staffan de Mistura, UNO-Gesandter für Syrien, möchte in Astana eine gute Grundlage für die Syrien-Konferenz in Genf schaffen.

Einen Durchbruch erwartet niemand von den Friedensgesprächen zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen. Das liegt nicht daran, dass die USA keine Delegation nach Astana schickt. Der Leitartikel. Mehr...

Donald Trump

Demagogische und verlogene Rede

Donald J. Trump.

Donald Trumps „vereintes Amerika“ ist ein armes, ein kleines, ein engherziges, ein ängstliches Amerika. Nichts, worauf man stolz sein kann. Der FR-Leitartikel zur Rede des neuen Präsidenten der USA. Mehr...

 

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Winter 2016

Rezensionen der FR-Feuilletonredaktion auf acht Zeitungsseiten. Aus dem Inhalt: Könnte noch gut werden: kluge, virtuose Erzählungen von Terézia Mora. Könnte noch knapp werden: jetzt hurtig Geschenke gekauft – Tipps der Redaktion. Könnte noch regnen: Klaus Reicherts großartiges Buch über Wolken. Nützliche und niedliche Kinderbücher. Die Literatur-Rundschau Winter 2016 als PDF-Reader.

Außerdem noch erhältlich: Die Literatur-Rundschau Herbst 2016 auf zwölf Zeitungsseiten als PDF-Reader.

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Winter 2016

Rezensionen der FR-Feuilletonredaktion auf acht Zeitungsseiten. Aus dem Inhalt: Könnte noch gut werden: kluge, virtuose Erzählungen von Terézia Mora. Könnte noch knapp werden: jetzt hurtig Geschenke gekauft – Tipps der Redaktion. Könnte noch regnen: Klaus Reicherts großartiges Buch über Wolken. Nützliche und niedliche Kinderbücher. Die Literatur-Rundschau Winter 2016 als PDF-Reader.

Außerdem noch erhältlich: Die Literatur-Rundschau Herbst 2016 auf zwölf Zeitungsseiten als PDF-Reader.

Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung