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Kommentar: Bittere Pillen aus Berlin

Die Koalition verordnet den Bürgern in Sachen Arzneiprüfung eine bittere Medizin: Pillen schlucken für den Aufschwung. Damit ist sie ein weiteres Mal der Pharmalobby entgegenkommen.

Pillen schlucken für den Aufschwung. So lässt sich zusammenfassen, was Politiker der Koalition in Sachen Arzneiprüfung planen. Das mit der Untersuchung beauftragte Institut soll es künftig nicht mehr ganz so genau nehmen, um dem Pharmastandort Deutschland nicht zu schaden. Mit ihren klaren Urteilen waren die Kölner Prüfer den Konzernen oft beim Geschäftemachen im Weg. Was keinen Zusatznutzen hat, sollte eben auch nicht von den Kassen teuer bezahlt werden müssen.

Der Koalition scheint das wissenschaftliche Urteil nicht mehr wichtig zu sein. Sie will ein weiteres Mal der Pharmalobby entgegenkommen. Aber es geht hier nicht nur um Geld, es geht um die medizinische Versorgung von Millionen Menschen. Die sind auf ein unabhängiges Urteil angewiesen. Neue Mittel sind eben oft nicht nur teuer, sondern auch problematisch, weil ihre Nebenwirkungen nicht in vollständig bekannt sind.

Nur zur Erinnerung, liebe Koalition: Das Institut heißt „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ und nicht „Institut für die Steigerung der Gewinne der Pharmaindustrie“.

Autor:  Wolfgang Wagner
Datum:  8 | 9 | 2010
Kommentare:  8
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