Es gab mal Zeiten, in denen die Taliban Vertretern anderer Religionen mit tiefem Respekt begegneten. Aber diese Haltung ist bei den heiligen Kriegern durch blinden Fanatismus ersetzt worden. Man muss wohl schon zu den Talibanmilizen gehören, um mit Morden zu prahlen, die man nicht begangen hat. Selbst Menschen, die einfach nur helfen wollen, werden in Afghanistan in ein Freund-Feind-Schema gepresst.
Da kann es auch kein Trost sein, dass die zehn Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation International Assistance Mission wahrscheinlich skrupellosen Banditen zum Opfer gefallen sind. Solche Gangster hat es schon immer in Afghanistan gegeben und es war sicher nicht das erste Mal, dass eine Gruppe dieser christlichen Organisation solchen Wegelagerern begegnete. Diesmal gelang es den Ärzten aber nicht, ihnen zu entkommen.
Es bleibt abzuwarten, welche Anhaltspunkte sich aus den Vernehmungen des einzigen Überlebenden ergeben. Oft nämlich verbergen sich in Afghanistan hinter scheinbar sinnlosen Gewalttaten komplizierte Geschichten.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.