Aktuell: Terror in Paris | Kolumne "Gastwirtschaft" | Skispringen, Wintersport | Pegida | Flucht und Zuwanderung | Eintracht Frankfurt

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

07. September 2012

Bundeswehrreform: De Maizière ist nicht allein schuld

 Von Markus Decker
Helm auf: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière.Foto: dpa

Die Stimmung in der Truppe ist alarmierend. Die Probleme bei der Bundeswehrreform sind aber nicht allein die Schuld von Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Sie gehen auch auf das Konto seiner Vorgänger. Ein Kommentar

Drucken per Mail

Es kann kein Zweifel bestehen: Wenn 88 Prozent der Bundeswehr-Soldaten sagen, die laufende Reform werde nicht das letzte Wort sein, und zwei Drittel der Truppe mitteilen, sie würden ihren Job niemandem weiter empfehlen, dann sind das dramatische Zahlen. Sie sind im Übrigen aber auch nicht weiter verwunderlich. Denn die deutschen Streitkräfte werden reformiert seit 1989 die Mauer fiel und damit auch der alte, so lieb gewordene Feind.

Zunächst wurde die Bundeswehr mit der NVA fusioniert. Dann schrumpfte die Truppe von 500.000 auf bald 170.000. Die Soldaten campieren nicht mehr in Helmstedt, sondern in Prizren und Kundus. Und manchmal werden die Standorte im Ausland mittlerweile älter als die im Inland. Dass eine Bundeswehr, die derart unter Dauerdruck gerät, irgendwann die Lust zur Polonaise durch die Kaserne verliert, ist klar.

Die Kritik an den herrschenden Zuständen trifft insofern nicht den amtierenden Verteidigungsminister allein. Es stimmt, Thomas de Maizière ist kein besonders guter Kommunikator. Zuweilen setzt er zu sehr auf Befehl und Gehorsam. Da muss der CDU-Mann noch dazu lernen. Doch die Probleme gehen mindestens ebenso auf das Konto jener Vorgänger, die den Mut zu durchgreifenden Reformen nicht fanden, obwohl sich deren Notwendigkeit längst abzeichnete. Leider sind die schon über alle Berge.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Anzeige
Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Griechenland

Schaden für Europas Linke

Von  |
Ein Schuldenschnitt ist in vielen Ländern der EU politisch nur schwer durchzusetzen, weil er letztlich auch auf Kosten der Steuerzahler geht.

Dass Griechenlands neuer Premier ausgerechnet eine Koalition mit den Rechtspopulisten eingeht, ist ein schlechtes Omen. Man kann nur hoffen, dass Syriza nicht daran zerbricht. Der Leitartikel. Mehr...

Leitartikel

Pegidas politische Stichwortgeber

Auch wenn die Teilnehmer es nicht glauben wollen: Einen Großteil ihrer Parolen bezieht die Pegida-Bewegung aus der Politik.

In den Parolen der Islam- und Ausländerfeinde spiegelt sich der Geist der Ausgrenzung, der auch die Flüchtlings- und Migrationspolitik der vergangenen Monate beherrscht hat. Mehr...

Leitartikel

Die europäische Frage

Der Vorsitzende des  Linksbündnisses Syriza, Alexis Tsipras, gibt seine Stimme ab bei der Wahl in Griechenland am Sonntag.

Nicht eine linke Partei in Griechenland ist das Problem der EU, sondern die soziale Spaltung, die Unzufriedenheit nährt. Und leider auch Populisten, die die Schuld immer bei Fremden suchen. Mehr...

Muslime in Deutschland

Die Heimat der Muslime

Muslime beim Nachmittagsgebet  in der Eyüp-Sultan-Moschee in Nürnberg.

Es gibt in diesem Land eine Vielzahl demokratischer islamischer Initiativen und Organisationen. Es wäre für sie an der Zeit, sich zu einer gemeinsamen Plattform zusammenzuschließen. Der Leitartikel. Mehr...

Papst Franziskus

Den Worten müssen Taten folgen

Papst Franziskus spricht von einer moderneren katholischen Kirche. Doch den Worten des Pontifex müssen auch Taten folgen.

Wenn er die Kirche wirklich verändern will, muss Papst Franziskus seinem Vorstoß zur Familienplanung Taten folgen lassen – und die traditionelle Lehre reformieren. Der Leitartikel der FR beschäftigt sich mit den Nachwirkungen der päpstlichen Worte. Mehr...

Weltwirtschaftsforum in Davos

Sozialstaat muss für Balance sorgen

Auf dem Weltwirtschafsforum in Davos wird zur Zeit auch über das Thema Ungleichheit diskutiert.

Der Graben zwischen Arm und Reich wird immer tiefer. Wenn die Politik nicht eingreift, werden Globalisierung und Digitalisierung die Gegensätze immer weiter verschärfen. Der Leitartikel. Mehr...

Pegida Demonstrationen

Der Freiheit droht der Bankrott

In Dresden durfte am Montag nicht demonstriert werden.

Der Staat sollte nicht alles tun, um die innere Sicherheit zu gewährleisten. Er muss vielmehr alles unterlassen, was im Streben nach dieser Sicherheit die Freiheit seiner Bürger einschränkt. Der Leitartikel. Mehr...

Vorratsdatenspeicherung

Im Reich der Paranoia

Unionsparteien wollen mehr Daten sammeln - obwohl solche Maßnahmen in anderen Ländern Terroranschläge nicht verhindert haben.

Wer damit rechnen muss, überwacht zu werden, verhält sich nicht mehr frei. Deshalb gefährden die Maßnahmen, die jetzt wieder diskutiert werden, die Freiheit und das Gemeinwohl. Der Leitartikel. Mehr...

Krieg im Namen der Religion

Verletzte Gefühle

Von  |
Auch in Mali gab es Proteste gegen die Karikaturen von "Charlie Hebdo".

Die Verletzung religiöser Gefühle fungiert als Brandbeschleuniger bei der Radikalisierung junger Muslime. Dabei geht es kaum um die individuelle Kränkung, sondern um absoluten Hass. Ein Leitartikel. Mehr...

Bildung

Jenseits von Alltagszwängen

Von Frank Olbert |
Die Besetzung des Films "Frau Müller muss weg".

Schule stößt in Bereiche unserer Wirklichkeit vor, die uns sonst verborgen blieben. Diese Erweiterung des Horizonts kann man nicht im Ernst verwerflich finden. Mehr...

Anzeige