Die Prognosen für den Arbeitsmarkt werden optimistischer: Die Zahl der Jobsuchenden könnte im Herbst unter drei Millionen sinken, verkündet die Bundesagentur für Arbeit. Wirtschaftsminister Brüderle hält es gar für möglich, dass es in absehbarer Zeit Vollbeschäftigung gibt. Möglich ist viel, sicher ist eins: Damit sich die Joblage spürbar verbessert, reicht es nicht, auf das freie Spiel der Marktkräfte zu vertrauen.
Zur Erinnerung: Der Jobmarkt in Deutschland hat sich deswegen so erfreulich entwickelt, weil Unternehmen nicht der reinen betriebswirtschaftlichen Logik gefolgt sind und ihre Beschäftigten in der Krise entlassen haben. Der Staat hat kräftig mitgeholfen, die Lage zu stabilisieren, etwa mit Zuschüssen zur Kurzarbeit. Zurzeit wächst die Wirtschaft auch deshalb, weil Firmen von Konjunkturprogrammen profitieren, die viele Staaten aufgelegt haben, die die Entwicklung nicht dem freien Spiel der Marktkräfte überließen.
Damit die Arbeitslosigkeit weiter sinkt, muss die Wirtschaft spürbar wachsen. Ob sie dies tut, hängt von der Entwicklung im Ausland und im Inland ab. Die Bundesregierung kann zur Erholung beitragen, indem sie sachte spart. Das ist angemessen, weil Deutschland in Sachen Verschuldung viel besser dasteht als andere Länder. Und wir müssen mehr in die Köpfe der Menschen investieren. Forscher warnen vor folgendem Szenario: Einerseits werden Firmen ausgebremst, weil sie nicht genug Fachkräfte finden. Andererseits gibt es Hunderttausende unqualifizierte Menschen, die keinen Job finden. Diese Entwicklung zu verhindern, ist nicht nur Aufgabe der Unternehmen, sondern eben auch der Politik.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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