Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | FR-Recherche: Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | US-Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

16. Oktober 2014

Ebola: "Bild" dir deine Hetze

 Von 
Symbolbild  Foto: Imago

Vor vier Jahren warb Bob Geldof in der "Bild"-Zeitung um mehr Unterstützung für und Liebe zu Afrika. In Zeiten von Ebola spielt Afrika wieder eine größere Rolle für "Bild" - als perfekter Katalysator für Vorurteile und Rassismus. Ein Kommentar.

Drucken per Mail

Die „Bild“-Zeitung hatte vor vier Jahren einen besonderen Chefredakteur. Einen Tag lang kümmerte sich der Musikstar Bob Geldof um die folgende Ausgabe und warb für mehr Unterstützung und Liebe zu Afrika. In Zeiten von Ebola spielt Afrika wieder eine größere Rolle für „Bild“ – als perfekter Katalysator für Vorurteile und Rassismus.

Nach dem Tod eines UN-Mitarbeiters in Leipzig wegen einer Ebola-Infektion schürt die größte Zeitung Deutschlands nicht nur Angst vor einer Krankheit, die in Staaten mit einem funktionierenden Gesundheitssystem beherrschbar ist, sondern reduziert das Leben eines Menschen, der sich offensichtlich für andere eingesetzt hatte, auf das Problem, das sein lebloser Körper hinterlässt: „Wohin mit der Leiche?“, fragt die „Bild“ ganz oben auf Seite eins und verspricht einen Krimi.

Wer die Geschichte liest, muss viel intellektuellen Willen aufbringen, einen Krimi zu finden. Ganz ohne Denken wird ihm aber schnell einleuchten, dass Afrikaner, besonders muslimische Afrikaner, gefährlich sind. Sie bringen nicht nur eine aggressive Krankheit zu uns, sie erschweren es auch noch durch ihren Glauben, ihre Körper so zu entsorgen, dass sie niemanden anstecken, also im Krematorium.

Das ist Hetze. Und die Macher der „Bild“ wissen das.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Bildungssystem

Deutschland braucht Nachhilfe

Von  |
Nach wie vor hängt die Leistung in der Schule vom sozialen Status ab.

Das Bildungssystem stagniert nach ersten Fortschritten nach dem Pisa-Schock. Vor allem Bildungserfolg ist noch zu eng an soziale Herkunft gekoppelt. Der Leitartikel.  Mehr...

Referendum

Italiens Wähler nutzten ihre Chance

Matteo Renzi hat zu hoch gepokert.

Italienerinnen und Italiener haben gegen Renzis Referendum gestimmt, weil sie dem Ministerpräsidenten keine Vollmacht zum Durchregieren erteilen wollten. Der Leitartikel. Mehr...

 

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung