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29. August 2014

Ebola-Epidemie: Der Zynismus des Westens

 Von 
Aktionskünstler machen in der Elfenbeinküste auf die Ebola-Seuche aufmerksam.  Foto: AFP

Während in Afrika die Ebola-Epidemie außer Kontrolle gerät, schaut der Westen nur auf sich - und verschlimmert mit seiner irrationalen Angst die Lage. Krasser kann man die egomanische Trennungslinie zwischen „denen“ und „uns“ kaum noch ziehen. Ein Kommentar.

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Es ist ein Skandal. In Westafrika tobt die schlimmste Ebola-Seuche, die die Welt jemals erlebt hat. Am Freitag bestätigte der Senegal den ersten Fall der Virus-Erkrankung - als fünftes Land in Afrika. Wenn es so weiter geht, werden bald nicht nur 1550 Menschen, sondern mehr als 10.000 gestorben sein, prophezeit die WHO: Die Epidemie ist außer Kontrolle geraten.

Und was tut die internationale Gemeinschaft? Der Westen ist vor allem besorgt, dass das fiese Virus auf das eigene Staatsgebiet vordringen könnte. Doch mit der irrationalen Angst vor dem bedrohlichen „schwarzen“ Kontinent und der Aktivierung sämtlicher Abwehrmechanismen wird die Lage der tatsächlich betroffenen Bevölkerung nur noch verschlimmert.

Flüge, die medizinisches Personal und Material nach Westafrika bringen sollten, werden storniert, nötige Experten und Medikamente sicherheitshalber im eigenen Land gelassen. Wenn sich ein ausländischer WHO-Mann in Sierra Leone infiziert, wird gleich das ganze Labor, in dem er tätig war, geschlossen.

Lieber sollen noch ein paar hundert Westafrikaner sterben, als dass man das Leben eines weiteren ausländischen Experten, riskiert. Krasser kann man die egomanische Trennungslinie zwischen „denen“ und „uns“ kaum noch ziehen.

Zum Glück gibt es wenigstens die „Ärzte ohne Grenzen“, denen es ob des zynischen Reflexes in ihrer Heimat selbst den Atem verschlägt.

Karte Afrikas mit von Ebola betroffenen Ländern, Zahl der Infizierten und Toten.  Foto: dpa-infografik

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