Grünes Licht für Stuttgart 21. Die Baden-Württemberger wollen, dass der Hauptbahnhof in ihrer Hauptstadt unter die Erde kommt. Oder es ist ihnen egal. Das Ergebnis ist dasselbe.
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne) spricht im Landtag nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Volksabstimmung zum umstrittenen Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" zu den Medien. Foto: AFP
Berlin –
Die Gegner des Milliardenprojekts, und damit die Regierungspartei der Grünen, haben bei der Volksabstimmung eine Niederlage erlebt, an der sie noch lange laborieren werden.
Etwas anderes als ein Nein zum Ausstieg aus S 21 wäre eine Sensation gewesen. Es war eine Niederlage mit Ankündigung, eine Falle, in die die Grünen sehenden Auges tappten. Der Streit um das Megaprojekt hat zwar über Baden-Württemberg hinaus die ganze Republik aufgewühlt. Doch Geißler-Schlichtung, Baustopp und Stresstest ließen die Emotionen abkühlen.
Schon im Frühjahr, als Grün-Rot das Volksbegehren verabredete, war klar: Das extrem hohe Quorum von 2,5 Millionen Stimmen war praktisch nicht zu schaffen; CDU und FDP würden bei der Absenkung nicht mitmachen.
Ausgerechnet die Grünen, die gewählt wurden, um das Projekt zu stoppen, müssen den Bau nun begleiten. Regierungschef Kretschmann wird zu seinem Wort stehen, dass der Bau durchgesetzt wird. Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit für ihn und seine Partei, aber tragisch, weil das von den S21-Gegnern entwickelte Gegenmodell des modernisierten Kopfbahnhofs besser und billiger ist. Der Widerstand wird sich wieder aufbäumen. Bleibt nur zu hoffen, dass alles ohne Eskalation vonstattengeht.
Reaktionen auf die S21-Abstimmung
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Reaktionen auf die S21-Abstimmung
Die Unterstützer des Bahnprojektes hatten sich in den vergangenen Monaten dezent zurückgehalten.
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach der Bekanntgabe der Ergebnisse.
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Die Befürworter von S21 ließen am Abend die Korken knallen.
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Sie feierten im Ratskeller in Stuttgart das Ergebnis der Volksabstimmung.
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Hart gekämpft und doch gescheitert: Die S21-Gegner müssen eine Niederlage einräumen.
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Mehr als ein Jahr lang hatten sie lautstark gekämpft.
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Bis zuletzt hatten sie gerungen.
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Dass sie aber so deutlich geschlagen werden würden, damit haben sie nicht gerechnet.
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Offenbar haben die Gegner es nicht geschafft, alle Skeptiker an die Wahlurnen zu bringen. Die Wahlbeteiligung lag niedriger als erwartet.
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Ihre Proteste sollen aber weitergehen.
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Die Botschaften platzierten Befürworter und Gegner überall in Stuttgart.
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Landes-Finanzminister Nils Schmid (SPD) mit seiner Frau Tülay in Nürtingen bei der Abstimmung.
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In traditioneller Tracht zur Abstimmung.
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So sehen also die Sieger aus...
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Linkspartei in der Krise
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Stuttgart 21: Ansichten eines Bahnhofs
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Stuttgart 21: Ansichten eines Bahnhofs
Diese Illustration zeigt, wie das Großprojekt Stuttgart 21 aussehen soll. Ersonnen haben Architekten von Ingenhoven Architects die Ausgestaltung des Mammutprojekts.
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Vorgestellt wurde das Modell des neuen Hauptbahnhofs schon 1997. Eine ganze Kleinstadt für 11.000 Einwohner und 24.000 Arbeitsplätze sollten so entstehen.
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Vom ursprünglichen Bauwerk soll vor allem das denkmalgeschützte Hauptgebäude des Bahnhofs mit Turm erhalten bleiben.
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Streitobjekt: Die Pläne zum Stuttgarter Hauptbahnhof.
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Querschnitt durch das Modell mit Blick auf die Gleise.
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Bei den Bauarbeiten fraßen sich die Maschinen als erstes durch den Nordflügel.
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Fast immer werden die Bauarbeiten von Protest begleitet.
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Die Gegner von Stuttgart 21 befürchten Mehrkosten von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro.
Für die Ausschachtung ist extra ein aufwendiges System eingerichtet worden, dass die Grube trocken und Grundwasser fern halten soll.
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Bei Gewitter wird auch im Inneren des Bahnhofs protestiert.
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Blick vom Bahnhofsturm auf das Gleisvorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
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Stuttgart21 - der Begriff ist zum Synonym für Bürgerprotest und Ungehorsam, Polizeigewalt und dem Konflikt zwischen Denkmalschutz, futuristischer Architektur und wirtschaftlichen Interessen geworden. Über die Bahnhofsentwürfe gibt es Streit, aber auch darüber, ob der Bahnhof überhaupt neu gebaut werden soll.
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