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25. Dezember 2013

Femen nackt im Kölner Dom: Billiger Krawall

 Von 
"I am God": Femen-Aktivistin auf dem Altar im Kölner Dom.  Foto: dpa

Der als (kirchen-)politische Aktion getarnte Exhibitionismus von Femen ist ein Ärgernis. Dass es der jungen Frau dabei ernsthaft darum ging, sexistische und patriarchale Strukturen der katholischen Kirche anzuprangern, das soll sie ruhig erzählen. Ein Kommentar.

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Nicht mal ignorieren. Das ist wohl die beste Reaktion auf die Störung des Weihnachtshochamts im Kölner Dom.

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Denn die hinlänglich bekannten barbusigen Provokationen der Femen-Aktivistinnen zielen in diesem Fall natürlich auch darauf, dass Kardinal Joachim Meisner und seine Mitarbeiter die vermeintliche Prüderie und (sexuelle) Verspanntheit der katholischen Kirche durch Empörungsbekundungen unter Beweis stellen. Also gilt es für die Kirchenvertreter, nicht über dieses Stöckchen zu springen. Meisners spontane Worte - eine Mischung aus Unverständnis und Gelassenheit - waren deshalb genau richtig.

Kein Vergleich mit Pussy Riot

Ein Ärgernis ist der als (kirchen-)politische Aktion getarnte Exhibitionismus trotzdem. Weihnachten, ein voller Dom, Meisners 80. Geburtstag - diese Kombination garantiert maximale Aufmerksamkeit. Dass es der jungen Frau dabei ernsthaft darum ging, sexistische und patriarchale Strukturen der katholischen Kirche anzuprangern, das soll sie ruhig erzählen. Und wer will, soll ihr diese Schnurre glauben. Sie überhöht ein bisschen Lust an billigem Krawall so erwartbar, dass es fast schon wieder lustig ist.

Um die entscheidende Differenz zwischen spätpubertierendem Quatsch und Protest deutlich zu machen, genügt der Vergleich des Kölner Akts mit der Aktionskunst der russischen Band Pussy Riot in der Moskauer Erlöserkathedrale. Die Punkerinnen dort trafen sehr präzise diverse Schwachstellen ihrer Gesellschaft: die skandalös enge Verbandelung zwischen der orthodoxen Kirche und dem russischen Staat ebenso wie die autokratische, ja diktatorische Herrschaft in Putins Russland. Pussy Riot ging ein hohes Risiko - und bekam prompt die Härte des Regimes zu spüren.

Nichts davon muss die Provokateurin im Dom mit ihrem Larifari fürchten. Gut so. Eine starke Institution wie die katholische Kirche, mächtige Hierarchen und glaubensstarke Katholiken halten allerhand Dummheiten aus und brauchen nicht das Strafrecht, um die Regeln des Anstands und des Respekts für ihre religiöse Praxis zu reklamieren. Rückhalt und Verständnis der Öffentlichkeit - auch der nicht kirchlich gebundenen - werden dann am größten sein, wenn die Kirche sich von ihrer im besten Sinn honorigen Seite zeigt. Vor allem an Weihnachten, dem Fest der Liebe und des Friedens.

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