Den Verantwortlichen in der Parteizentrale muss es angst und bange werden. Zustimmung wünscht sich natürlich jede Partei. Auch immer mehr Zustimmung. Aber gleich 13 Prozent mehr ist zu viel. Geschehen ist das jetzt den Grünen in Baden-Württemberg. Sie profitieren von dem Protest gegen den gigantischen Ausbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, weil sie die einzige Partei sind, die dieses Projekt von Anfang an konsequent abgelehnt hat.
Was aber folgt daraus? Angenommen, der Trend setzt sich bis zur Landtagswahl in Baden-Württemberg im kommenden Frühjahr fort, so gäbe es im Südwesten eine rot-grüne und möglicherweise auch eine schwarz-grüne Mehrheit. Für die Grünen wäre das die Wahl zwischen zwei unmöglichen Alternativen. Geht sie mit der CDU, geht sie mit Bahnhofsbefürwortern. Entscheiden sich die Grünen für die SPD, ist es nicht viel anders. Spätestens wenn den Wählern das klar wird, wird die grüne Euphorie wieder verfliegen. Hoffentlich. Denn ansonsten wäre die Enttäuschung programmiert. Auf beiden Seiten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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