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14. November 2011

Kolumne: Here comes the Sun

 Von Paul Krugman
Paul Krugman 

Die Solar-Energie ist bald so billig, dass sie die fossile Energie verdrängen kann. Wir müssen es nur wollen.

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In den letzten Jahrzehnten wurde die technische Entwicklung von Computern und dem, was man mit ihnen tun kann, bestimmt. Moores Gesetz, nach dem der Preis für Rechenleistung alle 18 Monate um etwa 50 Prozent fällt, hat die Entwicklung einer sich stetig erweiternden Palette an Anwendungen vorangetrieben – vom Fax zu Facebook. Dagegen hat unsere Beherrschung der materiellen Welt sich weniger fortschrittlich entwickelt. Die Quellen unserer Energie und die Art und Weise wie wir Sachen transportieren sind im Prinzip noch die gleichen wie vor einer Generation.

Doch das könnte sich ändern. Wir sind am Scheitelpunkt eines Energiewandels, der von den rasant fallenden Kosten der Solar-Energie angetrieben wird. Ja, richtig, Solar-Energie. Wenn Sie das überrascht und sie die Solar-Energie noch immer für eine Hippiefantasie halten, sollten Sie unserem fossilen politischen System die Schuld geben, in welchem die Produzenten fossiler Brennstoffe sowohl über mächtige politische Verbündete verfügen, als auch über eine Propagandamaschinerie, die jede Alternative verunglimpft.

Wenn Sie derzeit Solar-Energie erwähnen, hören sie wahrscheinlich jemanden „Solyndra“ schreien. Die Republikaner haben versucht, diesen gescheiterten Solarzellen-Hersteller zum Symbol für die Verschwendung von Steuergeldern zu machen – obwohl das Unsinn ist – und zu dem Knüppel, mit dem sie auf die erneuerbaren Energien einschlagen können.

Doch der Grund für Solyndras Scheitern ist tatsächlich der technische Erfolg: Die Preise für Solarzellen fielen rasch, und Solyndra konnte nicht mit der Konkurrenz Schritt halten. Der Fortschritt der Solarzellenindustrie war zuletzt so dramatisch und nachhaltig, dass mittlerweile, wie kürzlich ein Blog-Beitrag auf Scientific American feststellte, „immer öfter von einem Mooreschen Gesetz der Solar-Energie gesprochen wird“, mit Preisen die inflationsbereinigt jedes Jahr um rund sieben Prozent fallen.

Das hat bereits zu einer starken Zunahme der Installationen von Solaranlagen geführt, aber noch rasantere Umbrüche könnten nur noch eine Frage der Zeit sein. Wenn der Trend anhält – und er scheint sich ja eher zu beschleunigen – dürfte in ein paar Jahren Strom aus Solarzellen billiger sein als der aus Kohlekraftwerken. Wenn wir den aus Kohle gewonnenen Strom angemessen bezahlen müssten, indem wir die Gesundheits- und Umweltschäden einkalkulieren, hätten wir diesen Wendepunkt wahrscheinlich schon überschritten.

Doch seien wir ehrlich: Ein Großteil unserer politischen Elite, inklusive fast der ganzen republikanischen Partei, fühlt sich einem Energie-Sektor verpflichtet, der von fossilen Brennstoffen dominiert wird, und steht Alternativen feindlich gegenüber. Diese politische Klasse wird alles tun, um die Subventionen für die Förderung fossiler Brennstoffe zu garantieren – direkt mit dem Geld der Steuerzahler und indirekt, indem sie der Industrie die Kosten ihrer Umweltverschmutzung nicht in Rechnung stellt – und gleichzeitig werden sich diese Politiker über neue Technologien wie Solarzellen lustig machen.

Was Sie also wissen müssen: Nichts, was Sie von diesen Leuten hören, stimmt. Solar-Energie ist mittlerweile kostendeckend. Die Sonne geht auf, wenn wir bereit sind, sie auch reinzulassen.

Paul Krugman ist Ökonomie-Professor in Princeton und Träger des Wirtschaftsnobelpreises.

Übersetzung: Nicole Lindenberg. © New York Times

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