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Kommentar : Die vorletzte Waffe gegen Iran

Die beispiellosen Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union bedeuten eine neue Eskalationsstufe im Atomkonflikt zwischen dem Westen und dem Iran.

Catherine Ashton, die Außenbeauftragte der EU.
Catherine Ashton, die Außenbeauftragte der EU.
Foto: AFP

Der Atomkonflikt zwischen dem Westen und dem Iran erreicht eine neue Eskalationsstufe. Die Europäische Union verhängte gestern Wirtschaftssanktionen in beispiellosem Ausmaß gegen das Teheraner Regime. Von der Jahresmitte an darf der Iran kein Erdöl mehr nach Europa liefern, das Vermögen der Zentralbank wird eingefroren. Es ist ein schmerzhafter Beschluss für alle Beteiligten. Dem Ölförderland geht der zweitwichtigste Abnehmer verloren. Die EU-Staaten müssen sich auf höhere Energiepreise einstellen.

Die EU tut, was sie unter den gegebenen Umständen tun kann. Der Iran greift nach der Atombombe und gefährdet damit die Stabilität im Nahen Osten und in Zentralasien. Alle bisherigen Sanktionen, alle Gespräche und Initiativen konnten ihn davon nicht abbringen. Nun geht es den Amerikanern und den Europäern darum, den diplomatischen Druck zu erhöhen, in der Hoffnung, dass das Teheraner Regime noch einlenkt.

Doch was kommt danach? Was passiert, wenn sich Teheran trotz aller Widrigkeiten nicht von seinem Atomprogramm abbringen lässt? Viel mehr als ein Öl-Embargo können die Europäer kaum beschließen. Die Amerikaner haben ebenfalls umfassende Sanktionen auf den Weg gebracht. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen: Es kommt der Tag, an dem der Westen ernsthaft über militärische Optionen nachdenken wird.

Autor:  Thorsten Knuf
Datum:  24 | 1 | 2012
Kommentare:  4
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