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13. Februar 2011

Kommentar : Eine Kette für Dresden

 Von 
Volker Schmidt

Es muss andere Wege geben, die Versammlungsfreiheit auch rechtsradikaler Wirrköpfe und die Sicherheit der Stadt zu gewährleisten, als jene in die Illegalität zu zwingen, die aus der Geschichte gelernt haben.

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Auschwitz ist einfach. So zynisch es klingt: Das Gedenken an die Opfer des Holocaust ist eine vergleichsweise schlichte Herausforderung, gemessen am Umgang mit komplexeren Ereignissen wie den Bombenangriffen auf Dresden. Rechtsextremisten versuchen zu instrumentalisieren, was sie „Bombenholocaust“ nennen. Die Angriffe seien militärisch unnötig gewesen, also Kriegsverbrechen. Gemeint ist: Hört auf, uns Deutsche als Täter zu sehen.

Deshalb ist es gut, dass an der offiziellen Kranzniederlegung für die Kriegsopfer ein Vertreter der Juden in Deutschland teilnahm. Das zeigt: Der Zweite Weltkrieg lässt sich nicht losgelöst vom Holocaust denken. Es ist gut, dass der Bischof des von deutschen Bombern nahezu komplett zerstörten englischen Coventry sprach.

Und es ist eine Katastrophe, dass ein Spaziergang zu Orten der Täter untersagt wurde. Auch wenn Tausende Demokraten auf die Straße gingen und nur ein paar hundert Rechtsextreme: Den Revisionisten ist es mit Hilfe von Stadtverwaltung, Gerichten und Polizei gelungen, in diesem Punkt zu diktieren, wie erinnert wird. Es muss andere Wege geben, die Versammlungsfreiheit auch rechtsradikaler Wirrköpfe und die Sicherheit der Stadt zu gewährleisten, als jene in die Illegalität zu zwingen, die aus der Geschichte gelernt haben.

Für nächsten Sonntag mobilisieren Neonazis zu einer noch größeren Kundgebung. Es wäre gut, wenn die Demokraten diesmal nicht nur davon redeten, dass man den Rechtsextremen das Gedenken nicht überlassen darf. Es wäre am besten, wenn es eine Menschenkette nicht irgendwo in der Stadt gäbe – sondern eine, die sich den Neonazis in den Weg stellt.

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