Also sprach Angela Merkel, die überparteiliche Bürgerkanzlerin: "Wir müssen als Politiker jedes Mal aufpassen, dass die Lebenswirklichkeit der Menschen, die ja viele Probleme haben, und unsere Lebenswirklichkeit nicht zu weit auseinanderfallen." Schön gesagt war das vor zwei Wochen, als die CDU-Politikerin ihrer diensturlaubenden Gesundheitsministerin mit einem freundlichen Lächeln vors Schienbein trat.
Ganz gleich, ob man den Hinweis nun populistisch oder moralisch hochwertig findet: Die Kanzlerin selbst muss sich daran messen lassen. Und eine Geburtstagsparty für den nicht eben notleidenden Deutschbanker Josef Ackermann samt 30 konservativen Freunden auf Steuerzahlerkosten ist dem gemeinen Opel-Arbeiter nicht gerade einfach zu vermitteln. Natürlich kann die Regierungschefin für die Wirtschaftsbosse nicht den Pizza-Service kommen lassen. Und der Meinungsaustausch mit Praktikern ist für Politiker unerlässlich. Sollte jedoch Ackermann die Gästeliste geschrieben haben, ginge das über den Rahmen des Üblichen weit hinaus. Das Dinner hinterlässt ein Geschmäckle.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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