Dreieinhalb Jahre lang hat Yvo de Boer als Chef des UN-Klimasekretariats an der Rettung der Welt gearbeitet. Trotz seines unermüdlichen Einsatzes hat er die Mauern nicht einreißen können, mit denen Länder wie China oder die USA ihre kurzfristigen Interessen schützen.
In Kopenhagen wollte er eigentlich ein neues Klimaabkommen präsentieren, doch am Ende des erfolglosen Gipfels wirkte er müde und ausgebrannt. Seine Enttäuschung über die Staatschefs ist sicher ein wesentlicher Grund, warum er jetzt von der Politik in die Wirtschaft wechselt. Davon zeugt auch, wie er seinen Rücktritt begründet: Die Industrie habe ja mehr zu sagen als die Politik.
Jetzt ist UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gefordert. Im Dezember steht der nächste, große und wieder einmal entscheidende Klimagipfel an. De Boers Nachfolger muss spätestens dann die Blockade auflösen. Ihm wird das nur gelingen, wenn er von allen Seiten respektiert wird.
Ein Diplomat aus der zweiten Reihe, der harte Konflikte scheut, wird keinen Erfolg haben. Eine weitere Vertagung der strittigen Fragen kann sich die Welt aber nicht leisten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.