kalaydo.de Anzeigen

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

18. Januar 2013

Kommentar: Absurdes Theater der FDP

 Von Daniela Vates
Die FDP ist genauso orientierungslos wie ihr Parteichef. Foto: dpa

Philipp Röslers Unterstützung in der FDP schwindet. Seine Widersacher haben bereits Rainer Brüderle zum Nachfolger gekürt. Sollte die FDP den Einzug in den niedersächsischen Landtag schaffen, wird Rösler keinen Grund für einen Rücktritt sehen.

Drucken per Mail

Die FDP befindet sich in einer grotesken Lage: Sie hat über Monate ihren Vorsitzenden demontiert (und der hat selber unfreiwillig, aber nach Kräften daran mitgewirkt). Und jetzt kriegt sie ihn womöglich doch nicht los. Wenn die Niedersachsen-Wahl noch leidlich gut ausgeht für die Liberalen, wird Philipp Rösler keinen Grund für einen Rücktritt sehen. Seine Widersacher, die Rainer Brüderle bereits zum Nachfolger gekürt haben, weil sie mit Rösler eine Niederlage bei der Bundestagswahl fürchten, müssten sich also für Niedersachsen ein möglichst schlechtes Wahlergebnis wünschen. Es scheint, als könne man der FDP mehr schaden, wenn man sie wählt, als wenn man sie nicht wählt.

Desolate Lage

Das ist genauso absurd wie der Glaube mancher Liberaler, ihre bislang desolate Lage würde sich allein durch einen Wechsel auf dem Chefposten ändern lassen. Es mag sein, dass Brüderle erfahrener ist, und mit Sicherheit ist er der bessere Show-Mann als Rösler. Aber die Parteispitze besteht aus ein paar mehr Leuten – und alle die, die jetzt intrigieren und treten, sind mindestens genauso verantwortlich für die Orientierungslosigkeit der Partei wie ihr Chef. Den haben sie einst hochgejubelt – so wie sie es jetzt mit Brüderle machen. Vor gar nicht allzu langer Zeit war der weit entfernt davon, als „liberale Lichtgestalt“ bezeichnet zu werden. Es ist gut möglich, dass er dieses Etikett nicht besonders lange behalten wird.

Jetzt kommentieren

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Die FR erscheint weiter

"Was können die Leserinnen und Leser jetzt tun, um der Frankfurter Rundschau zu helfen?", fragte die FR den Insolvenzverwalter Frank Schmitt im Interview.

Seine Antwort: An den Kiosk gehen und die Frankfurter Rundschau kaufen und Anzeigen schalten. "Alles, was aktuell zum Umsatz beiträgt, ist hilfreich."

Die Zeitung erhalten Sie aktuell im Solidaritäts-Abonnent.

Die preisgekrönte FR-App bekommen Sie ebenfalls im Abo als Paket mit unserem E-Paper oder im Einzelverkauf im App-Store und bei Google Play.

Anzeigen sind möglich in Zeitung, App und auf der Website. Der Verlag informiert über die Konditionen.

Sonderthema
Protest in Libyen.

Tunesien, Ägypten, Libyen, Algerien, Jemen - das Volk wagte während des "Arabischen Frühlings" den Aufstand gegen die Autokraten. Lesen Sie hier, was aus den revolutionären Bestrebungen geworden ist und wie die politische Lage in Arabien heute aussieht.

Spezial
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.

Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Anzeige
Fotostrecke
Plaßmanns Welt 2013 (20 Bilder)
Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige
Fotostrecke
Plaßmanns Klima (19 Bilder)
Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Spezial

Verteidigt Deutschland tatsächlich seine Sicherheit am Hindukusch? Und ist die Mission ihre tödlichen Folgen wirklich wert?