Familie und Karriere lassen sich schwer miteinander vereinbaren. Das ist in der Politik nicht anders als bei Tausenden Arbeitnehmern, bei denen die Entscheidung für Ärger, Tränen und schlaflose Nächte sorgt. Nur dass das Grübeln bei Politikern gelegentlich öffentlich zu besichtigen ist. Wie jetzt bei Tarek Al-Wazir.
Es ist ein gutes Signal, dass Al-Wazir der Familie großes Gewicht eingeräumt hat bei seiner Lebensentscheidung - ähnlich übrigens wie eine Reihe anderer Grüner, als es um den Parteivorsitz ging.
Allerdings ist Al-Wazirs Entschluss für die kleine Landespolitik auch aus ganz anderen Gründen nachvollziehbar. Was hätte ihm Berlin bieten können? Ein einfaches Abgeordnetenmandat im Bundestag - mehr nicht. Die Posten an der Fraktions- und Parteispitze sind fest vergeben, eine Regierungsbeteiligung der Grünen auf Bundesebene liegt in weiter Ferne.
Mehr Profil gewinnt Al-Wazir als stärkster Herausforderer von Roland Koch in Wiesbaden. Insofern könnte sich die Entscheidung für die Familie am Ende auch als Entscheidung für die Karriere herausstellen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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