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06. März 2009

Kommentar: Almosen für arme Schüler

 Von VERA GASEROW
Vera Gaserow ist Korrespondentin der Frankfurter Rundschau in Berlin.  Foto: FR

Haarscharf ist die Koalition jetzt am bildungspolitischen Offenbarungseid vorbeigeschrammt. Von Vera Gaserow

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Haarscharf ist die Koalition jetzt am bildungspolitischen Offenbarungseid vorbeigeschrammt. Mit einem "Schulbedarfspaket" von jährlich 100 Euro will sie arme Kinder fördern. Doch ursprünglich sollte die ohnehin schmale Finanzhilfe schlagartig mit dem 10. Schuljahr enden. Erst nach zähen Verhandlungen hat nun auch die Union gemerkt, welches zynische bildungspolitische Signal die schwarz-rote Regierung mit dieser Befristung gesendet hätte: Hartz-IV-Kinder sind eh zu blöd fürs Abitur. Geld für Schulbücher oder Nachhilfe brauchen sie nur bis zur 10. Klasse.

Nun hat die Koalition nachgebessert. In letzter Minute. Zum Glück. Das Schulbedarfspaket wird bis zur 13. Klasse gezahlt, und auch Berufsschüler sollen es bekommen. Die große Blamage ist damit umschifft. Der kleine Skandal bleibt, und der heißt: Auf den Monat umgerechnet acht Euro und dreiunddreißig Cent bekommen bedürftige Kinder künftig mehr. So viel also lässt sich der Staat die Linderung der Kinderarmut kosten - weniger als die letzte Kindergelderhöhung, von der arme Familien nichts sehen.

[ Die Entwicklung Frankfurts zum Nachlesen - in fünf Heften. Unsere Sonderreihe FR-Geschichte. ]

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