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Kommentar: Angst vor Vertreibung

Es gibt nicht viele Mieter und Angehörige, die kaufen. Veräußert wird meist bei Fluktuation. Es gibt aber auch keine weggeekelten Mieter. Von Jutta Ochs

Jutta Ochs ist Redakteurin der Lokalredaktion Frankfurt
Jutta Ochs ist Redakteurin der Lokalredaktion Frankfurt
Foto: FR

Kein Zwang, kein Zeitdruck, keine Gefahr: Die Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte hat den Mietern in der Siedlung Westhausen fest zugesichert, dass keiner auf ihre Offerte eingehen und nun seine Reihenhausunterkunft kaufen müsse. Eine Gesellschaft, zumal eine, die Land und Stadt gehört, kann es sich nicht leisten, solche Versprechen zu brechen. Nur der leise Anschein eines Wortbruchs wäre schon fatal. Insofern also könnten sich die Westhausen-Mieter eigentlich in Sicherheit fühlen.

Eine Reihe von ihnen allerdings ist in heller Aufregung, fürchtet, nach Jahrzehnten vertrieben, weggeekelt zu werden. Hat Angst, zum Erwerb einer seit Jahren von der Gesellschaft kaum mehr gepflegten Immobilie genötigt zu sein, um sich Bleiberecht zu erkaufen. Diese Sorge gründet sich auf negative Privatisierungs-Beispiele innerhalb und außerhalb Frankfurts. Es gibt aber andere. Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding betreibt seit 15 Jahren Mieterprivatisierung in May-Siedlungen.

Die Bilanz: Es gibt nicht viele Mieter und Angehörige, die kaufen. Veräußert wird meist bei Fluktuation. Es gibt aber auch keine weggeekelten Mieter.

Autor:  Jutta Ochs
Datum:  13 | 3 | 2010
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