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Kommentar: Armes reiches Hessen

Endlich wissen Bürger, wie wertvoll der Besitz des Landes ist. Doch auf der Eröffnungsbilanz ist der Landesbesitz auf wenigen Seiten abgehakt. Wichtige Beispiele sind nicht aufgeführt. Transparenz muss her. Von Pitt von Bebenburg

Pitt von Bebenburg ist Landtagskorrespondent der Frankfurter Rundschau.
Pitt von Bebenburg ist Landtagskorrespondent der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Hessen hat einen großen Schritt in Richtung Ehrlichkeit getan, indem es als erstes Flächenland der Republik Bilanz gezogen hat. Jetzt können Bürger wissen, wie wertvoll der Besitz des Landes ist - und wie viel höher die Belastungen durch Schulden und Rückstellungen für Pensionen. Das Loch von fast 58 Milliarden Euro wird damit zu Recht in den Mittelpunkt gerückt. Es ist die größte Herausforderung an die Landespolitik der nächsten Jahre.

Wer allerdings die gedruckte Fassung der Eröffnungsbilanz aufschlägt, bekommt davon kaum etwas mit. Stattdessen findet er auf mehr als 70 Seiten die Hochglanz-Version der Landespolitik.

Erst auf Seite 79 erfährt der interessierte Bürger, wie hoch die wahren Schulden sind. Der Landesbesitz wird in einem dürren Überblick auf wenigen Seiten abgehakt. Einige wichtige Beispiele hat das Ministerium jetzt für die FR herausgesucht - sie stehen nicht im Bericht.

Beim nächsten Mal sollte die Landesregierung deswegen dem ersten auch den zweiten Schritt folgen lassen und ihre Präsentation dem eigenen Anspruch anpassen. Denn der ist vielversprechend und lautet: "Wir schaffen Transparenz."

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  8 | 1 | 2010
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