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20. Dezember 2012

Kommentar Armutsbericht: Wo man arm ist

 Von 
Helfer geben in einer Stuttgarter Tagesstätte Essen an Bedürftige aus. In Baden-Württemberg gelten im bundesweiten Vergleich am wenigsten Menschen als armutsgefährdet.  Foto: dpa

Der Armutsbericht des Wohlfahrtsverbandes schaut auf die Verteilung von Wohlstand in Deutschland. Besonders die wachsende Zahl derer, die sich trotz Arbeit nicht mehr selbst ernähren können, ist besorgniserregend.

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Wenn von zwei Menschen einer ein Steak auf dem Teller hat, der andere keins, haben im Durchschnitt beide ein halbes. Wegen dieses Rechen-Effekts schaut der Paritätische Gesamtverband bei seinem Armutsbericht genauer auf die Verteilung. Hinter dem Mittelwert treten höchst unterschiedliche Lebenslagen hervor zwischen Berchtesgaden und dem Kap Arkona.

Das Risiko, arm zu sein, ist in Bayern nur etwa halb so groß wie in Berlin. Im Ruhrgebiet ist es heute schon etwa so groß wie im Osten Deutschlands. Aber in der sächsischen „Boomtown“ Leipzig leben mehr Arme als im kriselnden Dortmund. Andere Analysen sehen die Lage weniger dramatisch. Aber selbst der geschönte Bericht der Bundesregierung kann das Problem fortbestehender Armut nicht bestreiten.

Alarmieren muss der Hauptgrund, den der Wohlfahrtsverband für die wachsende Armut nennt. Immer mehr Menschen können von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben. „Working Poor“, die arbeitenden Armen, heißt diese Schicht in den USA. Das Sinken der Arbeitslosenzahlen verbirgt diesen Skandal. Die Politik, die so gern die Menschen preist, die morgens zur Arbeit gehen, ist aufgefordert, hinzuschauen. Und zu handeln. Mindestlöhne sind ein Weg. Höhere Sozialleistungen ein anderer. Ja, das kostet Geld. Aber wer, wenn nicht eins der reichsten Länder der Welt, könnte, nein muss sich leisten, das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern.

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