Fehlstart, Herr de Maizière! Erst bleibt der Islamrat draußen, ziemlich unverblümt vor die Tür gesetzt vom Bundesinnenminister, jetzt ergreift der Zentralrat die Gelegenheit beim Schopfe und kehrt dem ehrgeizigen Dialogforum der Bundesregierung den Rücken. Damit ist das zweite Schwergewicht unter den Verbänden futsch, und es ist erst mal aus mit dem Anspruch der Deutschen Islamkonferenz, die ganze Breite des islamischen Lebens in der Bundesrepublik zu repräsentieren.
Zwar sind die vom Zentralrat vorgebrachten Gründe teils fadenscheinig, vor allem wirkt seine Überfixierung auf das Thema Islamfeindlichkeit inzwischen notorisch. Zwar dürften nun der Umgangston in der Runde höflicher und die Debatten einvernehmlicher werden - aber auch weit weg von der rauen Wirklichkeit des Islam in Deutschland und ohne den unerlässlichen Kontakt zu seinen autoritären und extremen Rändern. Thomas de Maizière wollte die Konferenz mit der faktischen Ausladung des Islamrats handlungs- und beschlussfähiger machen. Erreicht hat er, dass sie nun am Abgrund der Wirkungslosigkeit steht.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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