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Kommentar: Bachelor leicht gemacht

Die Hochschulen haben es mit der Leistungskontrolle unnötig übertrieben. Und es gibt auch keine zwangsweise Festlegung auf eine Dauer von drei Jahren. Von Yvonne Globert

Yvonne Globert ist Bildungsredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Yvonne Globert ist Bildungsredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Für alle, die es noch nicht verstanden haben: Der Bachelor ist der erste vollwertige Studienabschluss, mit dem das Berufsleben beginnen kann. Und noch etwas: Es war nie die Rede davon, dass er in nur drei Jahren erreicht sein muss. Sieben oder acht Semester geht doch auch. Da haben die Hochschulen wohl nicht richtig in den "ländergemeinsamen Strukturvorgaben" nachgelesen. Und auch mit der Leistungskontrolle haben sie es unnötig übertrieben und die Studenten nach Strich und Faden durchgeprüft.

Die Kultusminister haben das jetzt noch einmal klargestellt. Was sie dabei an Verbesserungsvorschlägen zur Angleichung der europäischen Studiengänge zu Papier gebracht haben, liest sich wie ein einziger großer Appell an die Exekutive: Bei Zulassung und Bewertung neuer Studiengänge möge man doch bitte schön darauf achten, dass das Gesamtpaket am Ende auch studierbar ist. Und die Hochschulen sollen kapieren, dass sie nicht "gleichartige", sondern nur "gleichwertige" Leistungen anerkennen müssen. Neu ist das alles nicht.

Ihre Strukturvorgaben selbst stellen die Minister nicht auf den Prüfstand. Es gilt: Wer den Master will, muss im Laufe seiner Studienzeit 300 Leistungspunkte erwerben; den Großteil davon bis zum Bachelor. Die Zeit für dessen Erwerb auszudehnen, würde den Studierenden Druck nehmen. Aber auch für den Master müssten sie dann mehr Luft haben. Genau hier könnte das Geld an den Unis knapp werden. Die Kultusminister streben daher eine preiswerte Lösung an: Sollen sich die Studierenden doch mit dem Bachelor begnügen. Von zusätzlichem Geld war jedenfalls nicht die Rede.

Autor:  Yvonne Globert
Datum:  16 | 10 | 2009
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