Die palästinensische Bevölkerung in Gaza hätte einen Waffenstillstand bitter nötig. Die Hamas, die das Durchhalten an sich zum Sieg verklärt, noch nicht. Und Israel will schon deshalb mit der Militäroffensive weitermachen, weil die Politik keine rechte Lösung für den Ausstieg weiß. Ob so der Druck auf Ägypten wächst, mehr gegen den Waffenschmuggel vom Sinai nach Gaza zu tun, darf bezweifelt werden.
Wie komplex die Lage ist, hat Außenminister Steinmeier auf seiner Nahost-Mission erlebt. Der Bewegungsspielraum ist klein, um die unterschiedlichen Positionen, etwa in der Frage einer multilateralen Grenzschutztruppe in Rafah, zu überbrücken. Umso größer das Risiko, dass sich am Ende die strategische Lage in der Region enorm verschlechtert haben wird. Israel hätte dann vielleicht kein Problem mehr mit Kassam-Raketen aus Gaza, dafür aber mit allenthalben gewachsener Terrorgefahr. Der erhoffte Zugewinn an Sicherheit ist nur von begrenztem Wert, wenn die gesamte arabische Welt sich in ihrer Empörung über das Blutvergießen in Gaza radikalisiert.
Steinmeier ist sich dessen bewusst. Für ihn ein Grund mehr, diesen Krieg schnell zu beenden. Auch darüber hat er mit den Israelis gesprochen. Nur: Premier Olmert, Verteidigungschef Barak und Außenministerin Livni haben jeweils eigene Vorstellungen, wann die Militärmaschinerie gestoppt werden kann. Technische Hilfe zur Grenzüberwachung " made in Germany" ist da zu wenig. Berlin, Brüssel, ja die Welt, müssen schon alle Kräfte bündeln, um den Konfliktparteien einen gangbaren Ausweg zu zeigen: Einer mit dem Israel und Gaza leben können.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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