Brautwerbung nun also in Stereo. Nach dem - verunglückten- Vorstoß des grünen Spitzenduos für eine rot-gelb-grüne Ampel starten führende Sozialdemokraten eine Charme-Offensive Richtung FDP. Wirklich galant wirkt es nicht, wie SPD-Chef Franz Müntefering und Arbeitsminister Olaf Scholz den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle umwerben. Weil jenseits der ungeliebten Schwarzen vermutlich eh kein anderer Regierungspartner in Sicht sein wird, knurren die Roten gnädig: Wir täten die Gelben schon nehmen.
Pech nur, dass die Braut sich ziert und offen mit einem anderen Wunschpartner liebäugelt. Das macht aus den Ampel-Avancen eher den allzu offenkundigen Versuch, aus der eigenen Not eine Tugend zu machen. Dass die FDP derzeit noch heftig mit der Union flirtet, schließt eine Ampelkonstellation nach der Wahl zwar nicht aus. Nur fehlt bisher jegliche Fantasie, wie ein rot-gelb-grünes Dreierbündnis der politischen Antipoden nicht nur macht-arithmetisch, sondern auch inhaltlich funktionieren soll und vor allem, was es dem Land bringen kann.
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