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Kommentar: Big Brother Google

Google erfüllt die schlimmsten Befürchtungen seiner Kritiker.

Es klingt wie ein Schreckensszenario, gezeichnet von einem Paranoiker. Ein Konzern sammelt sämtliche Spuren, die ein Nutzer im Internet hinterlässt. Er macht keinen Unterschied, ob es sich um Scherze im Gespräch mit Freunden handelt, um einen Kommentar zum Konzeptpapier eines Kollegen oder um die Suchanfrage zu einem Medikament für die an MS erkrankte Tante – all diese Schnipsel werden verknüpft.

Google hat die schlimmsten Befürchtungen seiner Kritiker erfüllt, indem er nun angekündigt hat, genau das tun zu wollen. Er begründet dies, wie stets, mit besseren Dienstleistungen. Je mehr Google über seinen Nutzer weiß, desto besser könne er ihm helfen, ihn beraten und durch den Alltag navigieren. Das klingt verführerisch – und ist Sirenengesang. Auch andere Internetfirmen kennen ihre Nutzer, doch keine andere deckt mit ihren Diensten so viele Lebensbereiche ab wie Google. Für Privatkunden sind die Dienste in der Regel kostenlos – ein Google-Konto vorausgesetzt. Mit Hilfe der verknüpften Daten will Google noch passgenauere Werbeanzeigen schalten.

Das mag mitunter nervtötend sein, aber ein Paranoiker würde sich mehr dafür interessieren, welche Schlüsse eine Krankenkasse, der Arbeitgeber, eine Bank oder das BKA aus Googles detaillierten Datenporträts ziehen könnten. Und welche Art von Anzeigen das vielleicht zur Folge hätte.

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Autor:  Marin Majica
Datum:  26 | 1 | 2012
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