Noch verhindert die Kurzarbeit, dass die Arbeitslosenrate in die Höhe schnellt. Noch. Kein Mensch weiß genau, wie es in den nächsten Monaten weitergeht, es gibt aber ein wahrscheinliches Szenario. Wahrscheinlich wird es spätestens im Herbst zu Entlassungen im großen Stil kommen. Die Arbeitgeber bereiten die Öffentlichkeit schon darauf vor: Firmen unter Druck zu setzen, die Zahl der Beschäftigten um jeden Preis zu "konservieren", wäre unverantwortlich, sagte kürzlich einer ihrer mächtigsten Lobbyisten, Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser.
Die Vermutung liegt nahe, dass gerade große Unternehmen versuchen, Entlassungen bis nach der Bundestagswahl im September hinauszuschieben. Man stelle sich nur vor, ein bekannter Konzern kündigt jetzt Personalabbau im großen Stil an. Dann wäre die Empörung in der Politik groß, vermutlich würde sich selbst die FDP mit den Beschäftigten solidarisieren und trotzdem würde eher die politische Linke von alldem profitieren als die Rechte.
Hinzu kommt: Die Wirtschaft wird nach der Krise anders aussehen als davor, die Autobranche wird zum Beispiel weniger Menschen beschäftigen als bisher. Deshalb ist ein Personalabbau nicht komplett zu vermeiden. Damit möglichst wenig Menschen in Hartz IV landen, brauchen wir bessere arbeitsmarktpolitische Instrumente. Transfergesellschaften sind ein Mittel, um Menschen den Weg in einen neuen Job zu ebnen. Politik und Firmen sollten die Weiterbildung der Leute in solchen Einrichtungen großzügig fördern und rasch Kriterien entwickeln, um gute von schlechten Gesellschaften unterscheiden zu können.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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