Gleiche Chancen für alle: Davon ist Hessen noch weit entfernt. Ausländer, Aussiedler und ihre Kinder haben im Schnitt eine schlechtere Bildung und schlechter bezahlte Jobs als ihre deutschstämmigen Nachbarn.
Die Diagnose der hessischen Studie kann nicht verwundern, entspricht sie doch dem, was Untersuchungen bundesweit ergeben. Politisch aber vermag sie Entscheidendes zu bewirken: Niemand kann noch ernsthaft leugnen, dass Hessen mehr für Chancengleichheit unternehmen muss.
Das Tempo, mit dem die Studie nach der Regierungsübernahme angefertigt wurde, zeigt, dass den neuen FDP-Ministern das Thema ernst ist. Nun müssen Taten folgen. Sie brauchen dabei nicht bei Null anzufangen. Es gibt großartige Projekte für Zuwanderer in Kommunen und Vereinen, an Schulen und Kindergärten, getragen von Ehrenamtlichen, Stiftungen und lokalen Verantwortlichen. Es lohnt sich, solche Erfahrungen landesweit zu nutzen.
Bei allem Eifer ist allerdings Vorsicht geboten. Es dient niemandem, wenn Gruppen oder Nationalitäten gegeneinander ausgespielt werden nach dem Motto: Wer integriert sich besser? Eine erfolgreiche Integrationspolitik kann nur in gutem Klima gedeihen.