Schön und gut, dass sich die Evangelische Kirche Hessens dafür einsetzt, dass dem islamischen Religionsunterricht ein ähnlicher Status eingeräumt wird wie dem konfessionellen christlichen. Nur Islamkunde, dazu noch - weil wenig staatlich verankert - von Lehrern teils zwielichtiger Herkunft, ist eine Degradierung. Aber nützt dies dem gewünschten interkulturellen Dialog?
So wird es künftig auch weiterhin aussehen an Hessens Schulen: Läutet der Gong zur Reli-Stunde, wird die Klasse viergeteilt. Die Katholiken, Protestanten, Muslime und Ethik-Schüler verschwinden mit jeweils einem anderen Lehrer hinter verschlossenen Türen und lernen dort Dinge, von dem die anderen nur eine Ahnung haben. Auf dem Pausenhof brechen dann wieder die alten Vorurteile auf.
Die Evangelische Kirche bekundet zwar, dass man ja durchaus auch gemeinsame Unterrichtseinheiten gestalten könnte. Aber das, was schon bei anderen Fächern meist am Schulalltag scheitert, wird auch hier nicht funktionieren. Besser wäre ein konfessionsfreier Unterricht für alle mit Themen aus Religion, Philosophie und Ethik. Konfession - bitte nach der Schule, in Kirche oder Moschee.