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Kommentar: Das Ende von Gorleben

Die Endlagerfrage ist so wichtig, dass nur der wirklich beste Standort dafür in Frage kommt. Gorleben scheidet nach allem, was man weiß, dafür aus. Von Joachim Wille

Joachim Wille ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Joachim Wille ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Nun muss es auch die Kanzlerin einsehen: Die Gorleben-Story wird immer brenzliger. Angela Merkel, mit dem Thema als frühere Bundesumweltministerin nicht eben unvertraut, zieht die Reißleine. Sie will, dass die dubiosen Vorgänge bei der Auswahl des Salzstocks für ein Atom-Endlager voll aufgeklärt werden. Das ist gut so, denn das ist das Mindeste, was nun getan werden muss.

Vor über 30 Jahren zauberte ein CDU-Ministerpräsident namens Ernst Albrecht das "Entsorgungszentrum" Gorleben aus dem Hut. Seine eigenen Experten waren damals geschockt, hatte Albrecht doch einen Salzstock ausgewählt, der bei weitem nicht ihr Favorit gewesen war. Trotzdem setzte die Politik alles auf diese Karte. So ging es weiter. 1983 mussten Wissenschaftler ihre Gutachten umfrisieren, damit Gorleben als "eignungshöffig" dargestellt werden konnte. Die neuesten Aktenfunde belegen nun, dass die federführenden Ministerien den Experten sogar den Aufbau ihres Gutachtens sowie den Tenor ihrer Aussagen "empfahlen".

Der Geburtsfehler von Gorleben ist damit so offensichtlich geworden, dass das Endlager dort nicht mehr durchgepowert werden kann - auch wenn damit möglicherweise 1,5 Milliarden Euro in den Sand, respektive das Salz, gesetzt wurden. Die Endlagerfrage ist so wichtig, dass nur der wirklich beste Standort dafür in Frage kommt. Gorleben scheidet nach allem, was man weiß, dafür aus. Richtig ist es, eine neue Endlagersuche zu starten, die offen, transparent und nach wissenschaftlichen Kriterien gemacht wird. Ein Job für die nächste Regierung - egal, ob unter Merkel oder Steinmeier.

Autor:  Joachim Wille
Datum:  10 | 9 | 2009
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