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27. November 2012

Kommentar: Das Turbo-Abitur bringt nicht nur Erfolge

 Von Torsten Harmsen
Eine Studie untersuchte erstmals die Auswirkungen der verkürzten Schulzeit auf die Schülerleistung.  Foto: dpa

Können jetzt die Befürworter des Turbo-Abiturs jubeln? Immerhin zeigt eine Hamburger Studie, dass die Abiturienten nicht schlechter geworden sind, obwohl sie

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Können jetzt die Befürworter des Turbo-Abiturs jubeln? Immerhin zeigt eine Hamburger Studie, dass die Abiturienten nicht schlechter geworden sind, obwohl sie jetzt nur noch acht statt neun Jahre aufs Gymnasium gehen. Sie wurden sogar etwas besser. Dieses Ergebnis muss ein Schock sein für jene Kritiker, die davor warnten, dass man den Abiturstoff aus drei Jahren nicht in zwei Jahre stopfen könne.

Allerdings gibt es auch keinen Grund, die Hamburger Ergebnisse zu verallgemeinern. Denn erst der Vergleich mit anderen Bundesländern würde zeigen, woraus der Erfolg wirklich resultierte. Zu vermuten ist, dass es die Gymnasialreform war, die die Kernfächer und das fächerverbindende Lernen stärkte. Damit ist aber längst noch nichts darüber gesagt, welchen Preis die Schüler für die Verdichtung der Lernzeit zahlen, von der die Hamburger stolz sprechen.

Wer Kinder am Gymnasium hat, der kennt den Stress, die langen Schultage, die Hausaufgaben-Überlast. Eine bayerische Studie ergab jüngst, dass 83 Prozent der Gymnasiasten an Kopfschmerzen litten und sich jeder zweite in der Schule überfordert fühlte. Gibt es auch aus Hamburg eine solche Studie?

Immer kürzer und schneller – das kann nicht das Ziel sein. In dieser Woche sagte ein Professor bei der Verleihung des Deutschen Lehrerpreises: Im Unterricht seien Muße und Kontemplation sehr wichtig. Stimmt. Das Gehirn ist kein Durchlauferhitzer.

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