Bei der Verleihung der Alternativen Nobelpreise werden in Stockholm vier Frauen die vier Auszeichnungen einheimsen. Dass dies bei der "richtigen" Nobelgala zwei Tage später anders sein wird, kann man getrost vorhersagen, noch ehe die diesjährigen Laureaten bekannt sind. Im Vorjahr lautete das Verhältnis 11:1 für die Männer, davor 8:0 und 12:0.
Sind Frauen geeigneter, die "beispielhaften Antworten auf die dringendsten Herausforderungen unserer Zeit" zu finden, die für die Alternativpreise gefragt sind, als für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung und Wirtschaftstheorien? Oder liegt es nicht eher daran, dass in den Akademien, die die Nobelpreise vergeben, die alten männlichen Seilschaften dominieren?
Der kleine Unterschied liegt auch in der Dotierung. Rund 50.000 Euro pro Preisträger statt gut einer Million für die Nobelpreise. Dabei gehen diese an gestandene Wissenschaftler, die sich um die Finanzierung von Forschung und Privatleben nicht sorgen müssen, während die "Alternativen" für ihr Lebenswerk jeden Euro brauchen könnten.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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