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Kommentar: Der Plastikbusen ist privat

Eine Brustvergrößerung ist Privatsache. Die Kosten für die Entfernung der Silikonpolster zu vergesellschaften, ist falsch.

Ein Brustimplantat aus Silikon.
Ein Brustimplantat aus Silikon.
Foto: dapd

Warum Frauen einen anderen Busen als ihren natürlich haben wollen, ist ein Rätsel. Es gibt viele nicht überzeugende Erklärungen dafür und eine ersichtliche: Die Mode, die große Suggestionsmacht, weckt wunderlichste Wünsche.

Unzählige Frauen sparen auf eine brustvergrößernde Operation, verzichten auf tausende kleine Freuden des Alltags, um eines Tages mit Silikonbuckeln vom OP-Tisch aufzustehen. Sie zahlen einem Unternehmer für eine medizinisch unnötige Leistung viel Geld und gehen mit vollem Wissen und großer Verdrängungsstärke Risiken ein. Das ist ihr Recht. Vor allem ist es ihre Privatangelegenheit.

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Das sollte sie auch bleiben. Frauen, die sich für Ich-Ziele (Schönheit, Selbstbewusstsein) Implantate vorbauen ließen, müssen Kosten wie Risiken für die Entfernung der Schlabberbeutel tragen. Die Kosten zu vergesellschaften – ganz oder teilweise den Krankenkassen aufzuhalsen – wäre gleichbedeutend mit einem Aufruf, jede Hemmung fallenzulassen.

Anders im Falle eines Brustaufbaus nach einer Krebsoperation oder ähnlichem, dafür steht die Solidargemeinschaft ein. Frauen, die ihren Busentraum in Plastik als Gefahr erkennen und die Entfernung nicht bezahlen können, dürfen einen Kredit aufnehmen, sich vom männlichen Genießer aushelfen lassen oder anders kreativ sein. Jeder trage des anderen Last? Nein, diese 300 Gramm nicht.

Autor:  Maritta Tkalec
Datum:  10 | 1 | 2012
Kommentare:  8
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