Die Bundeswehr mag 2011 mit Karl-Theodor zu Guttenberg ihren Superstar eingebüßt haben, doch die Zustände in der Truppe haben sich unter seinem Nachfolger Thomas de Maizière deutlich gebessert. Selten jedenfalls hat der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus einen freundlicheren Bericht über die Lage der Bundeswehr abgegeben.
Drei Gründe sind für dieses vergleichsweise milde Urteil denkbar. Da wäre zunächst einmal der Wehrbeauftragte selbst, der seinen Stil verändert hat. Suchte Königshaus früher die Konfrontation mit dem Ministerium und den offenen Konflikt mit Guttenberg, hat er inzwischen erkannt, dass den Anliegen seiner Soldaten mehr gedient ist, wenn er etwas stiller agiert. Gut so!
Die Gründe zwei und drei mögen just in jener Reform verborgen liegen, die viele Soldaten so verunsichert. So wird es sich manch Bundeswehrangehöriger, der um Job und Beförderung fürchtet, verkniffen haben, eine Eingabe beim Wehrbeauftragten zu machen − aus Angst vor Ärger. Das wäre ein bedrohlicher Befund, sollte er zutreffen.
Zugleich könnte aber die gleiche Sorge manche Vorgesetzten dazu bewogen haben, auf Kritik aus der Truppe zu reagieren, ohne dass erst eine Eingabe nötig wurde. Man kann es den Soldaten jedenfalls nur wünschen, dass tatsächlich ein Umdenken beim Bund begonnen hat.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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