Mit der "Akte" hat der letzte Akt im Fall Mixa begonnen. Schlüpfrig, unappetitlich und vernichtend. Was bisher über den Lebenswandel des Augsburger Ex-Bischofs nur in Andeutungen zu vernehmen war, ist nun Punkt für Punkt ausgebreitet worden - mit Details, die kaum jemand gern über sich in der Zeitung lesen will.
Dass es so gekommen ist, hat sich Mixa selbst zuzuschreiben. Er hat sich öffentlich von der Täter- in die Opferrolle lamentiert, verbunden mit reichlich perfiden Attacken auf seine "Feinde".
Dass er die aktuellen Enthüllungen stets gewärtigen musste und dennoch den seltsamen Kampf um seine "Ehre" und um ein künftiges Wirken als Seelsorger aufnahm, kann nur als weiteres Indiz für Mixas Abdriften in eine Parallelwelt gedeutet werden.
Am Ende dieses Dramas wird keine Katharsis stehen, keine heilsame Reinigung. Mixas Verteidiger - die gibt es tatsächlich noch - werden weiterhin von einer abgefeimten Intrige der "Aufklärer" sprechen. Die Kirche wird in Unruhe bleiben. Aber in dieser Lage ist das besser als ein fauler Frieden.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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